[85] Non inelegans specimen demonstrandi in abstractis. Erdm. S. 94.
[86] In einem hypothetischen Urtheile könnte z. B. eine Gleichheit von Richtungen als Bedingung oder Folge vorkommen.
[87] Der bestimmte Artikel deutet dies an. Begriff ist für mich ein mögliches Praedicat eines singulären beurtheilbaren Inhalts, Gegenstand ein mögliches Subject eines solchen. Wenn wir in dem Satze
»die Richtung der Fernrohraxe ist gleich der Richtung der Erdaxe«
die Richtung der Fernrohraxe als Subject ansehen, so ist das Praedicat »gleich der Richtung der Erdaxe«. Dies ist ein Begriff. Aber die Richtung der Erdaxe ist nur ein Theil des Praedicates; sie ist ein Gegenstand, da sie auch zum Subjecte gemacht werden kann.
[88] Ich glaube, dass für »Umfang des Begriffes« einfach »Begriff« gesagt werden könnte. Aber man würde zweierlei einwenden:
1. dies stehe im Widerspruche mit meiner früheren Behauptung, dass die einzelne Zahl ein Gegenstand sei, was durch den bestimmten Artikel in Ausdrücken wie »die Zwei« und durch die Unmöglichkeit angedeutet werde, von Einsen, Zweien u. s. w. im Plural zu sprechen, sowie dadurch, dass die Zahl nur einen Theil des Praedicats der Zahlangabe ausmache;
2. dass Begriffe von gleichem Umfange sein können, ohne zusammenzufallen.
Ich bin nun zwar der Meinung, dass beide Einwände gehoben werden können; aber das möchte hier zu weit führen. Ich setze voraus, dass man wisse, was der Umfang eines Begriffes sei.
[89] Hiermit ist der Fall nicht zu verwechseln, wo das »und« nur scheinbar die Subjecte, in Wahrheit aber zwei Sätze verbindet.