„Soviel trinkt er davon?“ flüsterte Lewin.

„Ja,“ antwortete Marja, schüchtern nach der Thüre schauend, in welcher jetzt Nikolay Lewin wieder erschien.

„Wovon habt Ihr gesprochen?“ frug er stirnrunzelnd und den verstörten Blick von einem auf den andern schweifen lassend. „Wovon?“ wiederholte er.

„Von nichts Wichtigem,“ versetzte Konstantin in einiger Verlegenheit.

„Ihr wollt nur nicht sprechen so wie Ihr möchtet. Übrigens hast du gar nichts mit ihr zu reden. Sie ist eine Magd und du bist ein Herr,“ fuhr er fort, wiederum mit dem Halse ruckend. „Du hast alles verstanden und weißt alles zu würdigen, das sehe ich wohl, und du stellst dich auf den Standpunkt des Mitleids meinen Irrungen gegenüber,“ sagte er darauf, seine Stimme erhebend.

„Nikolay Dmitritsch, Nikolay Dmitritsch,“ flüsterte abermals Marja Nikolajewna, an ihn herantretend.

„Gut, schon gut. Aber was wird mit unserem Abendessen? Da kommt er ja schon,“ sagte Nikolay, den Diener gewahrend, welcher mit dem Servierbrett hereintrat.

„Hierher, setze hierher,“ rief er heftig und ergriff sogleich den Branntwein, füllte ein Glas und leerte es gierig. „Trink, willst du nicht?“ wandte er sich dann an seinen Bruder, gleichsam neu auflebend. „Nun laß uns von Sergey Iwanowitsch sprechen. Ich sehe dich doch gern bei mir. Was du auch dort sprechen mögest, wir beide sind uns nicht so ganz entfremdet. Also trink und erzähle mir, was du machst,“ fuhr er fort, gierig ein Stück Brot mit den Zähnen zermalmend und ein zweites Glas Branntwein darauf einschenkend. „Wie befindest du dich?“

„Einsam auf meinem Dorfe, wie ich schon früher lebte; ich beschäftige mich mit meinem Gutswesen,“ antwortete Konstantin, mit Schrecken auf die Gier blickend, mit welcher sein Bruder aß und trank. Er bemühte sich indessen, seine Aufmerksamkeit nicht zu Tage treten zu lassen.