Sie nahm ihren Hut ab, streifte die Rockärmel zurück und rüstete sich. Als die Fürstin ihren Gatten angegriffen hatte, hatte sie versucht, die Mutter zurückzuhalten, soweit dies die kindliche Ehrerbietung zuließ. Als der Fürst darauf erwidert hatte, war sie still verblieben; sie empfand Scham über ihre Mutter und Zuneigung für ihren Vater wegen dessen sich sogleich wieder herauskehrender Güte. Doch als der Vater hinausgegangen war, bereitete sie sich vor, den Hauptcoup auszuführen, der nötig war — zu Kity zu gehen und sie zu beruhigen.

„Ich habe Euch wohl schon vor Langem sagen wollen, maman, Ihr wißt wohl, daß Lewin Kity einen Antrag zu machen beabsichtigt hat, als er zum letztenmal hier war. Er hatte mit Stefan darüber gesprochen.“

„Was soll das? Ich verstehe nicht“ —

„So hat ihn also Kity vielleicht zurückgewiesen? Hat sie Euch nicht davon gesprochen?“

„Nein, sie hat nichts gesagt, weder etwas von diesem noch von jenem, sie ist zu stolz dazu. Aber ich weiß, daß alles davon kommt“ —

„Denkt Euch, wenn sie Lewin absagte — sie würde ihm nicht abgesagt haben, wenn nicht der andere dazwischen gekommen wäre, ich weiß es — dieser andere aber hat sie grausam getäuscht.“

Der Fürstin war es unerträglich, daran zu denken, wie viel Schuld sie an dem Unglück ihrer Tochter trug, und sie geriet in Wut.

„Ach, ich kann nichts mehr begreifen! Jetzt will die ganze Welt nur nach ihrem Sinne leben, der Mutter nichts mehr anvertrauen, und dann, da“ —

Maman, ich gehe zu ihr.“