„Geh! Sollte ich es dir etwa verbieten?“ sagte die Mutter.

3.

Als Dolly in das kleine Boudoir Kitys eintrat, ein freundliches mit Rosen geschmücktes Zimmerchen, noch ebenso jugendduftig, rosig und freundlich, wie Kity es zwei Monate vorher noch selbst gewesen war, erinnerte sie sich, wie sie beide zusammen im vergangenen Jahre diesen Raum geschmückt hatten, mit welcher Lust und Liebe.

Ihr Herz erstarrte, als sie Kitys ansichtig wurde, die auf einem niedrigen Stuhle dicht an der Thür saß und den Blick unbeweglich auf die eine Ecke des Teppichs geheftet hielt.

Kity blickte die Schwester an; der kalte ziemlich mürrische Ausdruck ihres Gesichts veränderte sich nicht.

„Ich will jetzt wieder nach Hause fahren und daselbst sitzen bleiben, du aber wirst nun wohl nicht mehr zu mir kommen,“ sagte Darja Alexandrowna, sich neben Kity niederlassend. „Ich möchte mit dir einiges sprechen.“

„Worüber?“ frug Kity schnell, erschreckt den Kopf hebend.

„Worüber? Nun doch jedenfalls von deinem Herzeleid.“

„Ich habe kein Herzeleid.“

„Halt ein, Kity. Denkst du etwa, ich könnte nichts davon wissen? Ich weiß alles. Glaube mir; es ist eine so nichtswürdige Affaire — nun, wir haben das ja alle durchgemacht.“