9.
Umgeben von allen ihren Kindern, die gebadet waren, und nasse Köpfe hatten, fuhr Darja Aleksandrowna, ein Tuch um den Kopf, am Hause vor, als der Kutscher meldete, es komme soeben ein Herr daher, wie es scheine, von Pokrowskoje.
Darja Aleksandrowna blickte auf und geriet in freudige Erregung, als sie unter dem grauen Hut und dem grauen Paletot die wohlbekannte Gestalt Lewins erblickte, der ihnen entgegenkam.
Sie war stets erfreut, wenn sie ihn sah, jetzt aber empfand sie dies besonders, weil er sie nun in all ihrem mütterlichen Glanze sehen konnte. Niemand als Lewin verstand besser, den Stolz Darjas Aleksandrownas zu würdigen.
Als derselbe sie erblickte, befand er sich vor einem jener Bilder, wie er sie sich selbst schon von einem künftigen Familienleben entworfen hatte.
„Gleich einer Bruthenne, Darja Aleksandrowna!“
„O, wie ich mich freue,“ sagte sie, ihm die Hand reichend.
„Ihr freut Euch und doch ließt Ihr mir keine Nachricht zugehen. Mein Bruder ist jetzt bei mir und ich habe erst von Stefan eine Mitteilung empfangen, daß Ihr hier wäret.“
„Von Stefan?“ frug Darja Aleksandrowna voll Verwunderung.
„Ja; er schreibt, daß Ihr nach hier übergesiedelt wäret und denkt, Ihr würdet mir erlauben, Euch irgendwie behilflich zu sein,“ sagte Lewin, plötzlich in Verwirrung geratend bei diesen Worten und stecken bleibend. Schweigend schritt er neben dem Wagen dahin, junge Lindenzweige abbrechend und anbeißend.