„Wronskiy, ißt oder trinkst du etwas?“ frug Jaschwin, „he, gebt doch dem Grafen ein Couvert — und hier, trink!“ —

Das Gelage bei dem Regimentskommandeur zog sich in die Länge. Man trank sehr viel und Serpuchowskiy wurde weidlich dabei gefeiert, darauf feierte man den Obersten, welcher nun mit Petritzkiy vor den Sängern tanzte, und sich dann, bereits etwas illuminiert, auf dem Hofe auf einer Bank niederließ und Jaschwin die Vorzüge Rußlands vor Preußen, namentlich in Bezug auf die Kavallerieattacke auseinanderzusetzen begann. Der Festjubel war auf kurze Zeit ruhiger geworden. Serpuchowskiy hatte sich ins Haus, in das Toilettezimmer begeben, um sich die Hände zu waschen und traf hier Wronskiy, der sich mit Wasser duschte. Er hatte den Waffenrock abgelegt und hielt den roten, von Härchen überwucherten Hals unter den Wasserstrahl des Beckens, sich mit den Händen Hals und Kopf abreibend. Nachdem er mit der Waschung zu Ende war, setzte er sich zu Serpuchowskiy. Die Zwei nahmen auf einem kleinen Diwan Platz und es entspann sich zwischen ihnen ein für beide sehr interessantes Gespräch.

„Ich habe durch mein Weib alles von dir erfahren,“ begann Serpuchowskiy, „und ich freue mich, daß du oft mit ihr zusammengetroffen bist.“

„Sie ist befreundet mit Warja und beide sind die einzigen Frauen von Petersburg, mit denen ich gern zusammenkomme,“ antwortete Wronskiy lächelnd. Er lächelte darüber, daß er das Thema schon voraussah, auf welches das Gespräch nun sogleich übergehen mußte, und dies machte ihm Vergnügen.

„Die einzigen?“ frug Serpuchowskiy lächelnd dazwischen.

„Ich bin auch über dich unterrichtet gewesen, aber nicht nur durch deine Frau,“ versetzte Wronskiy, mit ernstem Gesichtsausdruck die Anspielung von sich weisend. „Ich habe mich sehr gefreut über deine Erfolge, und bin durchaus nicht darüber verwundert gewesen. Ich hätte fast noch mehr erwartet.“

Serpuchowskiy lächelte. Offenbar machte ihm diese Meinung über ihn Vergnügen und er fand es nicht für nötig, dies zu verhehlen.

„Ich bekenne im Gegenteil offen, ich hatte weniger von mir erwartet, allein ich bin froh, sehr froh; ich bin ehrgeizig, dies ist meine Schwäche und ich gestehe sie offen ein.“

„Vielleicht würdest du sie nicht eingestehen, wenn du keinen Erfolg gehabt hättest,“ sagte Wronskiy.