„Ich glaube nicht,“ antwortete Serpuchowskiy wiederum lächelnd. „Ich will nicht sagen, daß es sich nicht auch ohne dies leben ließe, aber es lebte sich doch langweilig. Freilich ist möglich, daß ich mich irre, aber mir scheint doch, als ob ich einige Fähigkeiten zu dem Wirkungskreis besäße, den ich mir erkoren habe, und daß wenn in meine Hände eine Macht, wie sie auch immer sein möge, kommen wird, sie besser aufgehoben ist, als in den Händen vieler mir Bekannter,“ sprach Serpuchowskiy in dem strahlenden Bewußtsein seiner Errungenschaften. „Und je näher ich daher dieser Macht komme, um so zufriedener werde ich.“

„Vielleicht ist dies für dich etwas, aber nicht für alle. Ich habe auch schon so gedacht, lebe aber und finde, daß man nicht nur solchen Zwecken zu leben braucht,“ antwortete Wronskiy.

„Da haben wir's, da haben wir's,“ lachte Serpuchowskiy. „Ich hatte aber davon angefangen, daß ich von dir, und auch von deinem Verzicht gehört habe. Natürlich habe ich dich in Schutz genommen. Aber für alles giebt es eine Form, und ich glaube, daß dein Verhalten an sich richtig war, nur bist du nicht so verfahren, wie du mußtest.“

„Was geschehen ist, ist geschehen, und du weißt wohl, daß ich mich noch nie widerrufen habe, was ich einmal that. Ich befinde mich daher ganz wohl.“

„Ganz wohl — auf bestimmte Zeit. Aber du wirst dich hiermit nicht begnügen. Deinem Bruder würde ich das nicht sagen; er ist ein ebenso harmloses Kind, wie unser Wirt!“ fügte er hinzu, auf den Hurraruf draußen lauschend. „Auch er ist zufrieden, aber du kannst dich hiermit nicht zufrieden geben.“

„Ich sage auch nicht, daß ich mich mit etwas begnügt hätte.“

„Nein, nicht darum allein handelt es sich. Aber solche Leute, wie du bist, werden gebraucht!“

„Wer braucht sie?“

„Wer? Die Gesellschaft, Rußland! Rußland braucht Männer, braucht eine Partei, oder alles kommt auf den Hund!“