„Ah, du wolltest mir doch wohl vom Prinzen erzählen? Ich habe den Satan verjagt, ich habe ihn verjagt,“ fügte sie hinzu. Satan nannten sie beide unter sich die Eifersucht. „Also was begannst du denn vom Prinzen zu erzählen? Weshalb ist es dir bei ihm so lästig geworden?“
„O, unerträglich!“ sagte er, sich bemühend, den Faden zu dem ihm entfallenen Gedanken wieder zu erfassen. „Er gewinnt nicht im näheren Umgang, und soll man ihn näher bezeichnen, so ist er ein vorzüglich gepflegtes Tier, für das man auf den Ausstellungen die Preismedaillen zu erhalten pflegt, weiter nichts,“ sagte er mit einem Verdruß, der bei ihr Interesse hervorrief.
„Wie, in der That?“ fiel sie ein. „Er hat aber doch so viel gesehen, ist so gebildet?“
„Es ist eine grundverschiedene Bildung — die Bildung solcher Leute. Er ist offenbar nur deswegen gebildet worden, damit er ein Recht besitzen möchte, die Bildung von oben herab anzusehen, wie sie überhaupt alles verachten — mit Ausnahme der Gegenstände ihres Vergnügens.“
„Ihr liebt aber doch auch diese Gegenstände des Vergnügens!“ sagte sie, und er bemerkte wiederum jenen düstern Blick, der ihn mied.
„Warum nimmst du ihn in Schutz,“ frug er lächelnd.
„Ich verteidige ihn nicht; es ist mir alles vollkommen gleichgültig; aber ich glaube, daß du, wenn du selbst diese Zerstreuungen nicht liebtest, wohl hättest absagen können. Dir aber machte es Vergnügen, Therese zu sehen im Kostüme der Eva.“
„Wieder und wieder der Diabolus,“ erwiderte Wronskiy, die Hand ergreifend, welche sie auf den Tisch gelegt hatte, und sie küssend.
„Ja wohl, aber ich kann nicht anders! Du weißt nicht, wie ich mich gemartert habe, indem ich deiner harrte. Ich denke wohl, daß ich nicht eifersüchtig bin; ich bin nicht eifersüchtig und glaube dir, wenn du hier bei mir bist; aber sobald du anderswo allein dein Leben, das mir unverständlich ist, führst“ — Sie wandte sich ab von ihm, sich wieder mit ihrem Häkelzeug beschäftigend, und begann mit Hilfe des Zeigefingers eine Masche der im Schein der Lampe hellschimmernden weißen Wolle nach der anderen aufzunehmen, wobei sich die zarte Hand mit nervöser Hast in dem Ärmel umwendete. „Aber, wo trafst du denn mit Aleksey Aleksandrowitsch zusammen?“ erklang plötzlich ihre Stimme in fast unnatürlichem Tone.
„Wir trafen an der Thür zusammen.“