„Weil ich den Ehescheidungsprozeß gegen Eure Schwester, mein Weib, anstrenge. Ich war gezwungen“ —

Aleksey Aleksandrowitsch hatte seine Rede noch nicht geendet, als Stefan Arkadjewitsch bereits ganz anders gehandelt hatte, als er erwartete. Oblonskiy hatte sich ächzend in einen Lehnstuhl fallen lassen.

„O nein, Aleksey Aleksandrowitsch, was sagst du da?“ rief Oblonskiy und Schmerz malte sich auf seinen Zügen.

„So ist es.“

„Entschuldige, aber ich kann und kann es nicht glauben“ —

Aleksey Aleksandrowitsch setzte sich, in der Empfindung, daß seine Worte nicht die Wirkung gehabt hatten, welche er erwartete, und daß es unumgänglich nötig sein würde, sich zu erklären, daß aber auch, mochten seine Erklärungen lauten wie sie wollten, die Beziehungen zwischen ihm und dem Schwager die nämlichen bleiben würden.

„Ja; ich bin in die drückende Notwendigkeit versetzt worden, die Scheidung zu fordern,“ sagte er.

„Ich kann nur Eines darauf sagen, Aleksey Aleksandrowitsch; ich kenne dich als einen Menschen von ausgezeichneter Gerechtigkeit; ich kenne Anna, — entschuldige mich, ich kann meine Meinung über sie nicht ändern — als herrliches, ausgezeichnetes Weib und infolge dessen — nimm mir es nicht übel — kann ich dies nicht glauben. Hier liegt ein Mißverständnis vor,“ — sagte er.

„Ja; wäre es nur ein Mißverständnis“ —

— „Entschuldige; ich verstehe“ — unterbrach ihn Stefan Arkadjewitsch, „aber natürlich — doch Eines muß man im Auge behalten — man soll sich nicht übereilen. Es ist nicht nötig, durchaus nicht nötig, sich zu übereilen!“