„Ohne Zweifel.“
„Aber wenn die Frauen, in einem seltenen Ausnahmefall, auch diese Ämter erlangen sollten, so scheint mir dann immer noch, als hättet Ihr da den Ausdruck ‚Rechte‘ nicht richtig angewendet. Richtiger wäre dann, zu sagen ‚Pflicht‘. Jedermann wird zugeben, daß wir in der Ausübung irgend eines Amtes als Geschworene oder Telegraphenbeamte, empfinden, daß wir damit einer Pflicht Genüge leisten, und demnach ist es richtiger, sich dahin auszudrücken, daß die Frauen die Übernahme von Pflichten anstreben, und zwar auf vollständig gesetzmäßige Weise. Man kann sich zu diesem ihrem Wunsche, an der allgemeinen Wirksamkeit des Mannes mit hilfreich zu werden, nur zustimmend verhalten.“
„Vollständig richtig,“ bestätigte Aleksey Aleksandrowitsch, „die Frage ist, glaube ich, nur die, ob sie zur Erfüllung dieser Pflichten auch die Fähigkeit besitzen!“
„Wahrscheinlich werden sie sehr wohl fähig sein,“ behauptete Stefan Arkadjewitsch, „sobald einmal die Bildung unter ihnen verbreitet sein wird. Wir sahen dies“ —
„Ist mir's gestattet — ein Sprichwort?“ — frug jetzt der Fürst mit seinen kleinen schelmischen Augen blinzelnd, welcher schon lange dem Gespräch zugehört hatte; „in der Gegenwart meiner Töchter darf ich schon so sprechen: „Lange Haare“ —
„Ganz so hat man auch über die Neger gedacht, bevor sie befreit waren,“ rief Peszoff hitzig.
„Ich finde es nur seltsam, daß die Weiber neue Pflichten suchen,“ sagte Sergey Iwanowitsch, „da wir doch leider sehen, daß die Männer gewöhnlich den ihren aus dem Wege gehen.“
„Die Pflichten sind eben verknüpft mit Rechten: Macht, Reichtum und Würden — das suchen die Weiber,“ sagte Peszoff.
„So käme es also auf dasselbe heraus, daß ich das Recht beanspruchte, auch Amme zu sein und mich gekränkt fühlen könnte, daß man die Weiber dafür bezahlt und mich nicht,“ sagte der alte Fürst.
Turowzin schüttelte sich unter lautem Gelächter, und Sergey Iwanowitsch bedauerte, daß nicht er das gesagt hatte. Selbst Aleksey Aleksandrowitsch lächelte.