„Ja, ja,“ erwiderte er, „ja, ja, Ihr habt recht, Ihr habt recht!“

Und er hatte jetzt alles verstanden, was Peszoff bei Tische über die Freiheit der Frauen auseinandergesetzt hatte, allein dadurch, daß er in dem Herzen Kitys noch die Furcht vor dem Mägdedienst und der Erniedrigung sah und in seiner Liebe zu ihr diese Furcht vor der Erniedrigung mit empfand und so mit einem Schlage von seinen Einwürfen Abstand nahm.

Eine Pause trat ein; Kity zeichnete noch immer mit der Kreide auf dem Tische. Ihre Augen schimmerten in stillem Glanze, und indem er ihre Stimmung zu teilen suchte, empfand er in seinem ganzen Wesen eine mehr und mehr wachsende, beglückende Aufregung.

„Ah, da habe ich den ganzen Tisch vollgemalt!“ sagte Kity und machte, die Kreide niederlegend, eine Bewegung, als wollte sie aufstehen.

„Wie, soll ich jetzt allein hier bleiben ohne sie?“ dachte er mit Schrecken und ergriff nun seinerseits die Kreide; „bleibt doch,“ sagte er, sich an den Tisch setzend. „Schon lange habe ich Euch nach etwas fragen wollen!“

Er blickte ihr offen in die freundlichen, wenn auch erschreckten Augen.

„Bitte schön, fragt.“

„Nun,“ begann er, und schrieb mit Kreide eine Anzahl Anfangsbuchstaben auf den Tisch: „A. I. M. A. E. K. N. S. H. D. O. D.“ — Diese Buchstaben bedeuteten: „Als Ihr mir antwortetet ‚es kann nicht sein‘, so hieß das, ‚niemals‘ oder nur ‚damals‘?“ —

Es war höchst unwahrscheinlich, daß sie diesen verwickelten Satz hätte verstehen können, aber er schaute sie mit einem Ausdruck an, der bewies, daß sein Leben davon abhinge, ob sie diese Worte verstehe oder nicht.

Sie blickte ihn ernst an; dann stemmte sie die gerunzelte Stirn auf die Hand und begann zu lesen. Bisweilen blickte sie auf ihn, ihn mit ihrem Blick befragend „ist es das, was ich mir denke?“