„Ich? Weshalb sollte ich hinreisen?“ antwortete Kity, in mächtige Aufregung geratend, und schaute nach ihrem Gatten.
„Aber Ihr seid doch mit Anna Arkadjewna bekannt?“ frug sie Wjeslowskij, „sie ist ein sehr anziehendes Weib.“
„Ja,“ antwortete sie Wjeslowskij, noch tiefer errötend, erhob sich, und ging zu ihrem Manne.
„Du willst also morgen auf die Jagd fahren?“ sagte sie.
Seine Eifersucht in diesen wenigen Augenblicken war, besonders angesichts dieser Röte, die ihre Wangen bedeckte, als sie mit Wjeslowskij sprach, schon hoch gestiegen. Jetzt faßte er, indem er ihre Worte vernahm, diese nach seiner Weise auf. So seltsam es ihm auch erschien, wenn er späterhin hieran zurückdachte, jetzt schien es ihm klar zu sein, daß sie, wenn sie ihn frug, ob er auf die Jagd fahre, nur interessierte, zu erfahren, ob er Wasjenka Wjeslowskij das Vergnügen machen wolle, ihm, in den sie nach seiner Auffassung schon verliebt war.
„Ja, ich werde fahren,“ antwortete er mit unnatürlicher, ihm selbst abstoßend erscheinender Stimme.
„Aber Ihr verbrächtet doch besser den Tag morgen hier; Dolly hat ja sonst ihren Mann gar nicht gesehen; übermorgen könntet Ihr fahren,“ sagte Kity.
Der Sinn dieser Worte Kitys war von Lewin bereits so gewandelt: „Trenne mich nicht von ihm. Daß du fährst, ist mir ganz gleichgültig, doch laß mich die Gesellschaft dieses reizenden jungen Mannes genießen.“
„Ach, wenn du willst, so werden wir morgen zu Haus bleiben,“ antwortete Lewin mit eigentümlicher Zuvorkommenheit.
Wasjenka mittlerweile, der nicht im geringsten das Leid ahnte, welches seine Anwesenheit verursacht hatte, war mittlerweile nach Kity vom Tische aufgestanden und ihr, sie mit freundlichem lächelnden Blick verfolgend, nachgegangen.