„Das wäre; ich liege, geht nur,“ antwortete Oblonskiy sich reckend, „es liegt sich ausgezeichnet hier.“
„Nun, dann gehe ich allein,“ sagte Wjeslowskij, lebhaft aufstehend und kleidete sich an. „Auf Wiedersehen denn, ihr Herren. Wenn es hübsch werden sollte, werde ich euch rufen; ihr habt mich mit Wild regaliert, und ich werde eurer nicht vergessen.“
„Nicht wahr, ein vortrefflicher Bursch?“ sprach Oblonskiy, nachdem Wjeslowskij gegangen war und der Bauer hinter ihm die Thür geschlossen hatte.
„Ja, vortrefflich,“ erwiderte Lewin, weiter über das Thema des soeben stattgehabten Gesprächs nachdenkend. Ihm schien es, als habe er, soweit er es verstand, seine Ideen und Empfindungen klar ausgesprochen, und doch hatten diese beiden, zwei nicht eben beschränkte, und aufrichtige Männer, einstimmig gesagt, daß er sich mit Sophismen tröste. Dies machte ihn ratlos.
„So, so ist es, mein Freund. Eins von beiden ist nötig; entweder zugestehen, daß die gegenwärtige Einrichtung der Gesellschaft gerecht ist, und dann deine Rechte behaupten, oder zugestehen, daß du unrechtmäßiger Vorzüge teilhaft bist —, wie ich dies thue — und von diesen mit Vergnügen Gebrauch machen.“
„Nein. Wenn das ungerecht wäre, so könntest du diese Güter nicht mit Vergnügen genießen — ich wenigstens könnte es nicht. — Mir ist die Hauptsache — ich muß fühlen, daß ich keine Schuld trage.“
„Aber wollen wir nicht doch ein wenig mitgehen?“ sagte Stefan Arkadjewitsch, augenscheinlich abgespannt von dieser Anstrengung seines Geistes. „Wir können ja doch nicht schlafen. Es ist wahr; gehen wir!“
Lewin antwortete nicht. Das im Laufe des Gesprächs geäußerte Wort, daß er, wenn auch nur im negativen Sinne, gerecht handle, beschäftigte ihn.
„Sollte man nicht auch in negativem Sinne gerecht sein können?“ frug er sich selbst.
„Wie stark doch auch das frische Heu duftet!“ sprach Stefan Arkadjewitsch, sich erhebend. „Ich kann um keinen Preis schlafen! Wasjenka hat wohl schon etwas angestiftet da drüben. Hörst du das Gelächter und seine Stimme? Wollen wir nicht hingehen? Komm!“