„Nein; ich gehe nicht mit!“ antwortete Lewin.

„Wirklich nicht? Thust du dies auch nur aus Prinzip nicht?“ sagte lächelnd Stefan Arkadjewitsch, in der Finsternis nach seiner Mütze suchend.

„Nicht aus Prinzip, aber wozu sollte ich mitkommen?“

„Weißt du, du machst dir selbst das Leben schwer,“ sagte Stefan Arkadjewitsch, der die Mütze gefunden hatte, aufstehend.

„Inwiefern?“

„Sah ich denn nicht, wie du dich mit deinem Weibe gestellt hast? Ich habe gehört, wie es bei euch eine Frage der höchsten Wichtigkeit war, ob du für zwei Tage auf die Jagd fahren solltest oder nicht! Alles das ist ja ganz gut, wie ein Idyll, aber für das ganze Leben reicht es nicht zu. Der Mann muß unabhängig sein; er hat seine Mannesinteressen!“

„Der Mann muß männlich sein,“ sprach Oblonskiy, die Thür öffnend.

„Was heißt das? Etwa den Mägden die Cour schneiden?“ frug Lewin.

„Weshalb sollte man nicht einmal hingehen, wenn es dort lustig zugeht? Ça ne tire pas à conséquence. Meine Frau wird sich davon nicht schlechter und ich werde mich wohl befinden. Die Hauptsache ist aber die, daß man das Heiligtum des Hauses wahrt; damit im Hause nichts vorfällt; doch die Hände braucht man sich deshalb noch nicht zu binden!“

„Mag sein,“ versetzte Lewin trocken und wandte sich auf die Seite. „Morgen müssen wir früh aufbrechen und ich werde niemand wecken, sondern mit dem Zwielicht aufgehen.“