„Keineswegs,“ sagte er, sich räuspernd und von unten her auf sie blickend. Dieses Räuspern kannte sie. Es war das Zeichen hoher Unzufriedenheit bei ihm, nicht über sie, sondern über sich selbst. Er war in der That unzufrieden, doch nicht darüber, daß viel Geld gebraucht wurde, sondern daß man ihn an das erinnerte, was er in der Erkenntnis, daß Etwas nicht in Ordnung sei, zu vergessen wünschte. „Ich habe Sokoloff befohlen, den Weizen zu verkaufen und das Geld für die Mühle im voraus in Empfang zu nehmen. Geld wird jedenfalls kommen.“
„Ja, aber ich fürchte, daß überhaupt viel“ —
„Keineswegs, keineswegs,“ wiederholte er — „doch leb' wohl jetzt, Herzchen.“
„Nicht doch; ich beklage es bisweilen, daß ich auf Mama gehört habe. Wie hübsch wäre es auf dem Dorfe gewesen! Und überdies quäle ich euch alle noch und wir verschwenden Geld“ —
„Durchaus nicht, durchaus nicht. Es ist noch nicht ein einziges Mal, seit ich verheiratet bin, der Fall gewesen, daß ich gesagt hätte, es wäre anders besser, als so, wie es eben ist“ —
„Ist das wahr?“ sagte sie, ihm in die Augen blickend.
Er sprach dies, ohne etwas dabei zu denken, und nur um sie zu beruhigen. Als er aber, sie anblickend, bemerkte, daß diese ehrlichen, lieben Augen fragend auf ihn gerichtet waren, da wiederholte er das Nämliche aus ganzer Seele. „Ich vergesse sie in der That,“ dachte er, und rief sich in das Gedächtnis zurück, was sie beide so bald erwartete.
„Wird es denn bald? Wie fühlst du dich?“ flüsterte er, sie bei beiden Händen nehmend.
„Ich habe schon sovielmal daran gedacht, daß ich jetzt nichts mehr denke und nichts weiß.“