„Du glaubst nicht, wie kalt mich diese Gemächer lassen,“ sagte sie, sich neben ihm zu ihrem Kaffee setzend. „Es giebt doch nichts Schrecklicheres als diese chambres garnies. Es liegt kein Ausdruck, keine Seele in ihnen. Diese Uhren, Gardinen, und namentlich diese Tapeten — sind wie ein Alp. — Ich gedenke Wosdwishenskojes, wie des gelobten Landes. Du hast noch keine Pferde hergeschickt?“
„Nein; sie werden kommen wenn wir fort sind. Fährst du noch einmal aus?“
„Ich wollte noch zur Wilson; ich muß ihr Kleider bringen. Also morgen ist es gewiß?“ sprach sie mit heiterer Stimme; doch plötzlich veränderte sich ihr Antlitz.
Der Kammerdiener Wronskiys kam, um sich die Unterschrift für ein Telegramm aus Petersburg auszubitten.
Es war nichts Besonderes in der Empfangnahme einer Depesche seitens Wronskiys, aber gleichwohl sagte dieser, als wünschte er etwas vor ihr zu verheimlichen, er wolle im Kabinett unterschreiben, und wandte sich dann hastig zu ihr.
„Gewiß werde ich morgen mit allem in Ordnung sein.“
„Von wem war die Depesche?“ frug sie, ohne ihn zu hören.
„Von Stefan,“ antwortete er gezwungen.
„Warum hast du mir sie nicht gezeigt? Welches Geheimnis kann es zwischen Stefan und mir geben?“
Wronskiy rief den Kammerdiener zurück und befahl, die Depesche zu bringen.