„Kinder wird es nicht geben.“
„Das ist sehr bedauerlich,“ sagte er.
„Dir ist sie erforderlich für die Kinder, aber an mich denkst du nicht,“ sprach sie, vollständig vergessend und überhörend, daß er gesagt hatte „für dich und für die Kinder“. —
Die Frage nach der Möglichkeit, ob sie noch Kinder haben würden, hatte für sie seit Langem eine Streitfrage gebildet, die sie erbitterte. Seinen Wunsch, Kinder zu haben, legte sie sich dahin aus, daß er ihre Schönheit nicht schätze.
„O, ich sagte doch für dich! Vor allem für dich,“ wiederholte er, sich wie unter einem Schmerzgefühl verfinsternd, „weil ich überzeugt bin, daß ein großer Teil deiner Gereiztheit von der Unbestimmtheit unserer Lage herrührt.“
„Ja, jetzt hat er aufgehört, sich zu verstellen und alle seine kalte Gehässigkeit gegen mich ist nun sichtbar,“ dachte sie, seine Worte nicht vernehmend, aber mit Schrecken auf den kalten, harten Richter blickend, der, mit ihr Spott treibend, aus seinen Augen herausschaute. „Dies ist nicht der Grund,“ sagte sie, „ich begreife selbst nicht, daß der Grund meiner Gereiztheit — wie du es nennst, der sein kann, mich vollständig in deiner Gewalt zu befinden. Was für eine Unbestimmtheit der Lage giebt es hierbei? Im Gegenteil.“
„Es ist sehr bedauerlich, daß du nicht verstehen willst,“ unterbrach er sie, beharrlich in dem Wunsche, seinen Gedanken auszusprechen, „die Unbestimmtheit liegt darin, daß dir scheint, als wäre ich frei.“
„Diesbezüglich kannst du ganz ruhig sein,“ sagte sie, und begann, indem sie sich von ihm abwandte, ihren Kaffee zu trinken.
Sie hob die Tasse, und führte sie, den kleinen Finger von sich streckend zum Munde. Nachdem sie einige Schlucke genommen, blickte sie ihn an. An dem Ausdruck seines Gesichts erkannte sie klar, daß ihm ihre Hand und ihre Geste zuwider war, wie das Geräusch, welches sie mit den Lippen verursacht hatte.