„Mir ist alles vollständig gleichgültig, was deine Mutter denkt, und wie sie dich verheiraten will,“ sagte sie, mit zitternder Hand die Tasse niedersetzend.
„Davon sprechen wir ja aber gar nicht.“
„O, eben davon; und glaube mir, daß für mich ein Weib ohne Herz — sei es alt oder nicht alt, deine Mutter oder eine Fremde — ohne Interesse ist, und ich es nicht kennen mag!“
„Anna, ich bitte dich, nicht unehrerbietig von meiner Mutter zu reden.“
„Ein Weib, welches nicht mit seinem Herzen erraten hat, worin das Glück und die Ehre des Sohnes beruht — hat kein Herz.“
„Ich wiederhole meine Bitte, nicht unehrerbietig von meiner Mutter zu sprechen, die ich achte,“ sagte er, seine Stimme hebend und sie streng anblickend.
Sie antwortete nicht. Starr schaute sie ihn an, sein Gesicht, seine Hände; sie rief sich die gestrige Versöhnungsscene mit allen ihren Einzelheiten ins Gedächtnis zurück, sowie seine leidenschaftlichen Liebkosungen. „Ganz die nämlichen Liebkosungen hat er an andere Weiber verschwendet, er wird es weiterhin thun, er will es thun,“ dachte sie.
„Du liebst deine Mutter nicht. — Das sind alles Phrasen, nur Phrasen!“ — sprach sie, ihn haßerfüllt anblickend.
„Wenn es so allerdings steht, dann heißt es“ —
— „Zu einem Entschluß kommen; und ich bin entschlossen;“ sagte sie und wollte gehen, doch gerade trat Jaschwin ins Zimmer. Anna begrüßte ihn und blieb.