Kity empfand, daß Anna sie feindselig betrachtete. Sie erklärte sich diese Feindseligkeit aus der peinlichen Lage, in welcher sich Anna, die früher eine Protektorschaft über sie geübt hatte, vor ihr fühlte.
Sie sprachen von der Krankheit, dem Kinde, von Stefan, aber nichts von alledem interessierte Anna.
„Ich bin gekommen, mich von dir zu verabschieden,“ sagte sie aufstehend.
„Wann fahrt Ihr?“
Anna wandte sich abermals, ohne zu antworten, zu Kity.
„Es freut mich sehr, Euch wiedergesehen zu haben,“ sprach sie lächelnd. „Ich habe über Euch von allen Seiten gehört, selbst von Eurem Gatten. Er ist bei mir gewesen und hat mir sehr gefallen,“ fügte sie, augenscheinlich in übler Absicht hinzu. „Wo ist er denn?“
„Er ist aufs Dorf gefahren,“ antwortete Kity errötend.
„Grüßt ihn von mir, grüßt ihn ja von mir!“
„Gewiß,“ wiederholte Kity treuherzig, ihr voll Mitleid in die Augen blickend.
„Also leb' wohl, Dolly?“ Nachdem Anna Dolly geküßt und Kity die Hand gedrückt hatte, ging Anna eilig fort.