„Mehr noch, Fürstin.“

„Was ist denn heute für ein Telegramm gekommen? Wieder die Türken geschlagen?“

„Ja, ich habe es gelesen,“ antwortete Sergey Iwanowitsch. Sie unterhielten sich nun über die neueste Depesche, welche bestätigte, daß während dreier aufeinanderfolgender Tage die Türken auf allen Punkten geschlagen worden seien und sich auf der Flucht befänden, und daß morgen die Entscheidungsschlacht erwartet werde.

„Da hat sich auch ein junger, hübscher Mann gemeldet. Ich weiß nicht, weshalb man Schwierigkeiten gemacht hat, und da wollte ich Euch bitten — ich kenne ihn — daß Ihr doch gefälligst ein Billet schriebt. Er ist von der Gräfin Lydia Iwanowna geschickt.“

Nachdem sich Sergey Iwanowitsch nach den Einzelheiten erkundigt hatte, welche die Fürstin über den jungen Mann, welcher sich gestellt hatte, kannte, schrieb er, in die erste Klasse tretend, ein Billet an die Persönlichkeit, von welcher die Sache abhing und übergab es der Fürstin.

„Ihr wißt wohl, Graf Wronskiy, der bekannte — fährt auch mit diesem Zug,“ sagte die Fürstin mit triumphierendem und vielsagendem Lächeln, als er wieder zurückgekommen war und ihr das Schreiben übergab.

„Ich habe wohl gehört, daß er auch fortginge, aber nicht gewußt, wann. Mit diesem Zuge also fährt er?“

„Ich habe ihn gesehen. Er ist hier. Nur seine Mutter begleitet ihn. Es war dies doch immer noch das beste, was er thun konnte.“

„Gewiß. Versteht sich.“

Während sie sprachen, strömte der Haufe an ihnen vorüber zur Mittagstafel. Sie gingen gleichfalls mit und vernahmen dabei die laute Stimme eines Herrn, welcher, den Pokal in der Hand, eine Rede an die Freiwilligen hielt. „Für den Glauben dient, für die Menschlichkeit und unsere Mitbrüder,“ sprach der Herr mit erhöhter Stimme, „zum erhabenem Werke segne euch unsere Matuschka Moskwa! Zhivio!“ — schloß er dröhnend und mit thränenerstickter Stimme.