Alles rief „Zhivio“! und eine neue Schar, die die Fürstin beinahe über den Haufen geworfen hätte, wälzte sich in den Saal.
„Ah, Fürstin, wie geht es!“ rief freudestrahlend Stefan Arkadjewitsch, der plötzlich inmitten derselben erschien. „Hat er nicht herrlich, feurig gesprochen? Bravo! — Und Sergey Iwanowitsch, Ihr müßtet gleichfalls sprechen — einige Worte, Ihr wißt, so eine Anfeuerung. Ihr versteht dies ja so gut,“ fügte er mit mildem, ehrerbietigem und aufmerksamem Lächeln hinzu, Sergey Iwanowitsch am Arme vorwärtsbewegend.
„Nein, ich fahre sogleich.“
„Wohin denn?“
„Auf das Land zu meinen Bruder,“ antwortete Sergey Iwanowitsch.
„Da seht Ihr ja meine Frau. Ich habe ihr geschrieben, aber Ihr werdet sie schon eher sehen; sagt ihr doch, bitte, daß Ihr mit mir gesprochen habt und alles allright ist. Sie wird es schon verstehen. Habt auch die Güte, ihr mitzuteilen, daß ich zum Mitglied der Kommission der vereinigten — Ihr wißt ja, les petites misères de la vie humaine,“ wandte er sich wie zur Entschuldigung an die Fürstin.
„Die Mjachkaja — nicht Lisa, sondern Bibisch — schickt tausend Gewehre und zwölf Schwestern. Ich hatte es Euch wohl gesagt?“
„Ja, ich hörte davon,“ antwortete Koznyscheff widerwillig.
„Es ist eigentlich schade, daß Ihr abreist,“ fuhr Stefan Arkadjewitsch fort, „wir geben morgen ein Essen für zwei mit Abgehende — Dimjor Bartejanskiy von Petersburg und unseren Wjeslowskiy, Grischa. Sie gehen beide. Wjeslowskiy hat unlängst geheiratet. Das ist ein braver Bursch. Nicht so, Fürstin?“ wandte er sich zu der Dame.
Die Fürstin blickte ohne zu antworten Koznyscheff an; daß Sergey Iwanowitsch sowohl wie die Fürstin fast wünschten, von ihm loszukommen, brachte Stefan Arkadjewitsch nicht im geringsten in Verlegenheit. Lächelnd blickte er bald auf die Hutfeder der Fürstin, bald seitwärts, als besinne er sich etwas. Als er eine vorüberschreitende Dame mit einer Sammelbüchse bemerkte, rief er sie heran und legte ein Fünfrubelpapier in die Büchse.