„Jedes Mitglied der Gesellschaft ist berufen, die ihm gehörige Aufgabe zu vollführen,“ sagte er. „Die Männer des Geistes erfüllen ihre Aufgabe, indem sie die öffentliche Meinung wiederspiegeln. Der einmütige und vollständige Ausdruck der öffentlichen Meinung ist der Dienst der Presse, und er ist auch eine sehr erfreuliche Erscheinung. Vor zwanzig Jahren hätten wir noch geschwiegen, jetzt aber wird die Stimme des russischen Volkes gehört, welches bereit ist, sich zu erheben, wie ein Mann, bereit, sich selbst zu opfern für die unterdrückten Mitbrüder. Dies ist ein großer Fortschritt, ein Gewinn an Kraft.“
„Aber man will doch nicht nur opfern, sondern vielmehr den Türken schlagen,“ bemerkte Lewin schüchtern. „Das Volk opfert und ist bereit, für seine Seele zu opfern, nicht aber für den Mord,“ fügte er hinzu, das Thema unwillkürlich mit den Gedanken verbindend, die ihn so sehr beschäftigten.
„Wie, für die Seele? Dies ist für den Naturforscher bekanntlich ein sehr schwieriger Ausdruck. Was ist denn Seele?“ lächelte Katawasoff.
„O, Ihr wißt es schon!“
„Bei Gott, ich habe nicht die geringste Ahnung davon!“ antwortete Katawasoff mit lautem Lachen.
— „Ich bin nicht die Welt, aber ich habe ein Schwert gebracht, spricht Christus“ — entgegnete Sergey Iwanowitsch, einfach, als handle es sich um die leichtverständlichste Sache, und brachte damit jene Stelle aus dem Evangelium bei, die Lewin stets vor allem in Verwirrung gesetzt hatte.
„So ist es,“ wiederholte jetzt der Alte, der bei ihnen stand, indem er auf einen zufällig auf ihn gerichteten Blick antwortete.
„Ja, ja, Batjuschka, wir sind geschlagen, vollständig geschlagen!“ rief Katawasoff heiter.
Lewin errötete vor Verdruß, nicht deshalb, weil er geschlagen sein sollte, sondern weil er nicht mehr an sich halten konnte, und wollte in den Wortstreit eintreten.