Nikolai. Auf Maßregeln der Gemeinde darf man nicht warten. Jeder von uns kann heute, morgen sterben. Wie soll man mit solchem Zwiespalt im Innern weiterleben?

Boris. Es gibt nur ein Mittel: an solchem Leben nicht teilnehmen.

Nikolai. Also verzeiht, wenn ich euch wehgetan. Aber ich mußte meine Empfindungen einmal aussprechen. (Er geht ab.)

Sechster Auftritt.

Die Vorigen ohne Nikolai Iwanowitsch.

Stefan. Was heißt das: nicht teilnehmen? Unser ganzes Dasein ist ja aufs engste damit verknüpft.

Boris. Eben deswegen sagt er ja: man darf vor allen Dingen kein Eigentum haben, muß sein ganzes Leben ändern; es nicht so einrichten, daß andere uns dienen, sondern daß wir anderen dienen.

Tonja. Du bist ja schon ganz auf seiner Seite!

Boris. Ja, ich habe ihn zum erstenmal richtig verstanden. Und dann das, was ich im Dorfe sah. Man braucht nur die Brille abzunehmen, durch die wir das Leben des Volkes betrachten, und den Zusammenhang zwischen ihren Leiden und unsern Freuden wahrzunehmen, so wird alles entschieden.

Mitrofan. Gewiß, aber das Mittel dazu besteht nicht darin, sein Leben zu ruinieren.