Anna Dmitrijewna: Ja, ja, die Vergebung! „Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.” Mais c'est plus fort que moi.
Fürst Abreskow: Wie kann sie denn mit einem solchen Menschen weiter zusammenleben? Auch wenn sie nicht einen andern liebte, müßte sie sich von jenem trennen. Um des Kindes willen müßte sie das tun. Er selbst, ihr Mann, der, wenn er sich in nüchternem Zustande befindet, ein verständiger, guter Mensch ist, er selbst rät ihr, dies zu tun.
Vierter Auftritt
Anna Dmitrijewna, Fürst Abreskow, Viktor, welcher eintritt, seiner Mutter die Hand küßt und den Fürsten Abreskow begrüßt.
Viktor: Mama, ich bin nur hergekommen, um Ihnen zu sagen, daß Jelisaweta Andrejewna sogleich hier sein wird; und ich bitte und beschwöre Sie nur um eines: wenn Sie immer noch gegen meine Heirat sind ...
Anna Dmitrijewna (unterbricht ihn): Selbstverständlich bin ich immer noch dagegen.
Viktor (fährt mit finsterer Miene fort) ... so bitte und beschwöre ich Sie nur um eines: reden Sie nicht von Ihrer Abneigung, sprechen Sie es nicht aus, daß Sie Ihre Zustimmung verweigern!
Anna Dmitrijewna: Ich meine, daß wir überhaupt nicht von etwas Derartigem reden werden. Ich wenigstens werde nicht davon anfangen.
Viktor: Und sie noch weniger. Mein Wunsch war nur, daß Sie sie kennen lernen möchten.
Anna Dmitrijewna: Ich verstehe nur eines nicht: wie kannst du deinen Wunsch, Frau Protasowa zu Lebzeiten ihres Mannes zu heiraten, mit deiner religiösen Überzeugung vereinigen, daß eine Ehescheidung gegen die Lehre des Christentums ist?