»Ich behalte Karl Iwanowitsch bei den Kindern. Im Wagen ist noch Platz; sie haben sich an ihn und er an sie gewöhnt; siebenhundert Rubel jährlich spielen schließlich keine Rolle. Est puis, au fond, c'est un bon diable,« fügte er hinzu.
»Das freut mich sehr, der Kinder wie seinetwegen. Er ist ein prächtiger Alter,« sagte Mama.
»Wenn du gesehen hättest, wie gerührt er war, als ich ihm sagte, er möchte die fünfhundert Rubel als Geschenk betrachten. Das Komischste ist aber die Rechnung, die er mir brachte; die mußt du sehen!« Damit gab Papa ihr ein Schriftstück von Karl Iwanowitschs Hand. Reizend!
Dieses der Inhalt des Schriftstückes:
| Zwei Ampeln für die Kinder | –.70 | Rubel |
| Buntes Papier, Goldrand, Kleister und die Holzform für die Schachtel | 6.55 | " |
| Ein Buch und ein Flitzebogen als Geschenk für die Kinder | 8.16 | " |
| Leinkleid für Nikolas | 4.— | " |
| Die vom gnädigen Herrn in Moskau 18 versprochene goldene Uhr | 140.— | " |
| Also bleiben für Karl Mauer außer dem Gehalt | Sa. 159.41 | Rubel |
Wer diese Rechnung liest, in der Karl Iwanowitsch alles für Geschenke verausgabte Geld und sogar Zahlung für ein ihm versprochenes Geschenk verlangt, wird sicher glauben, Karl Iwanowitsch sei ein gefühlloser eingefleischter Egoist. Und doch würde man irren.
Als er mit dem Schriftstück in der Hand und der vorbereiteten Rede im Kopf in das Arbeitszimmer trat, war seine Absicht, Papa in schöngesetzten Worten alle Ungerechtigkeiten vorzuhalten, die er in unserem Hause erlitten hatte. Als er dann aber mit der rührenden Stimme und ausdrucksvollen Betonung, mit der er uns diktierte, zu sprechen begann, wirkte seine Beredsamkeit am stärksten auf ihn selbst, und als er an die Stelle kam, wo es hieß: »So schwer es mir auch wird, mich von den Kindern zu trennen,« kam er ganz aus dem Text, seine Stimme schlug über, und er mußte sein gewürfeltes Taschentuch herausnehmen.
»Ja, gnädiger Herr Peter Alexandrowitsch,« sagte er unter Tränen (diese Stelle kam in der vorbereiteten Rede gar nicht vor), »ich habe mich so an die Kinder gewöhnt, daß ich nicht weiß, was ich ohne sie anfangen soll. Lieber werde ich ohne Gehalt bei ihnen bleiben,« schloß er, mit der einen Hand die Tränen abtrocknend und mit der anderen die Rechnung überreichend.
Daß Karl Iwanowitsch in diesem Augenblick aufrichtig sprach, kann ich bestätigen, da ich sein gutes Herz kenne; wie aber die Rechnung zu seinen Worten stimmte, bleibt für mich ein Rätsel.