»Wenn es Ihnen schwer wird, so wird mir die Trennung von Ihnen noch schwerer,« sagte Papa, ihn auf die Schulter klopfend, »ich habe es mir jetzt anders überlegt.«
»Was ist denn das?« meinte Papa, Ljubotschkas blaue Nase und verweinte Augen bemerkend. »Wir haben wohl einen Streich begangen?«
Ljubotschka hatte sich schon fast ganz beruhigt; sobald sie aber bemerkte, daß die allgemeine Aufmerksamkeit sich ihr zuwandte, brach sie wieder in Tränen aus.
»Laß sie, Liebster,« sagte Mama, »sie muß ihre Arbeit fertigmachen.«
Papa nahm die Häkelnadel aus Ljubotschkas Händen und begann selbst zu häkeln.
»Zu zweien werden wir eher fertig; noch besser: wir bitten um Verzeihung,« er faßte sie an der Hand. »Komm!«
Ljubotschka hörte auf zu weinen, ging zu Mama und wiederholte die Worte, die Papa ihr ins Ohr flüsterte.
»Heute ist der letzte Abend, Mama, daß wir … ich und Papa … will … also … verzeih … uns … sonst … will er … mich nicht mehr … liebhaben … wenn ich … weine.«
»Verzeih uns,« sagte auch Papa und natürlich geschah das.
Kurz vor dem Abendessen kam Grischa ins Zimmer. Seitdem er unser Haus betreten, hatte er unaufhörlich geseufzt und geweint, so daß nach Ansicht derer, die an seine Prophetengabe glaubten, unserem Hause sicher ein Unglück bevorstand.