»Nun, bleiben Sie doch wirklich hier sitzen,« sagte Katja.

»Ja, sitzen,« erwiderte er, »das Leben sitzt nicht still.«

»Warum heiraten Sie nicht?« fragte Katja. »Sie wären doch ein vorzüglicher Ehemann.«

»Weil ich gerne sitze?« Er lachte auf. »Nein, Katerina Karlowna, wir beide heiraten nicht mehr. Man hat schon längst aufgehört, mich für einen Menschen zu halten, den man verheiraten könnte. Ich selbst denke erst recht nicht daran, und seitdem ich es nicht mehr tue, fühle ich mich wirklich wohl.«

Es kam mir vor, als spräche er das irgendwie unnatürlich und affektiert.

»Großartig! Mit sechsunddreißig Jahren wollen Sie schon das Leben hinter sich haben,« versetzte Katja.

»Und wie!« fuhr er fort. »Ich habe nur noch den einen Wunsch, still zu sitzen. Um zu heiraten, braucht man aber etwas anderes. Fragen Sie mal sie,« fügte er hinzu, mit einer Kopfbewegung auf mich deutend. »Solche müssen heiraten. Wir beide werden uns aber ihrer freuen.«

Im Tone seiner Stimme lagen eine verhaltene Trauer und Erregung, die mir nicht entgingen. Er schwieg eine Weile; Katja und ich versetzten kein Wort.

»Stellen Sie sich nur vor,« fuhr er fort, sich auf seinem Stuhle umdrehend, »das Unglück wollte es, daß ich mich mit einem siebzehnjährigen Mädchen verheiratete, zum Beispiel mit Masch… mit Marja Alexandrowna. Das ist sogar ein schönes Beispiel, und ich freue mich, daß es so gut paßt … es ist das allerbeste Beispiel.«