»Nein!« sagte er wieder. »Ich bin dem Himmel dafür dankbar, aber ich betrauere das Vergangene nicht.«
»Und du wünschst nicht einmal, daß es wiederkehre?« fragte ich.
Er wandte sich um und begann in den Garten hinauszublicken.
»Ich wünsche es nicht, wie ich auch nicht wünsche, daß mir Flügel wachsen,« sagte er. »Es darf nicht sein.«
»Und du möchtest das Vergangene gar nicht besser machen? Du machst dir oder mir gar keine Vorwürfe?«
»Niemals! Alles war zu unserem Besten.«
»Hör einmal!« sagte ich und berührte seine Hand, damit er sich nach mir umblicke. »Hör einmal: warum hast du mir niemals gesagt, es sei dein Wunsch, daß ich so lebe, wie du es möchtest? Warum gabst du mir die Freiheit, mit der ich nichts anzufangen wußte, warum hast du aufgehört, mich zu lehren? Wenn du nur wolltest, wenn du mich anders geleitet hättest, so wäre nichts, gar nichts geschehen,« sagte ich mit einer Stimme, aus der immer stärker ein kalter Ärger und Vorwurf, aber nicht die frühere Liebe herausklang.
»Was wäre nicht geschehen?« fragte er, sich erstaunt nach mir umwendend. »Es ist doch gar nichts geschehen. Alles ist gut. Sehr gut,« fügte er mit einem Lächeln hinzu.
– Versteht er denn nichts, oder will er, was noch schlimmer wäre, nichts verstehen? – fragte ich mich, und Tränen traten mir in die Augen.