»Ja,« begann er, als fahre er in seinen Gedanken fort. »Wir alle – besonders aber ihr Frauen – müssen die ganze Eitelkeit des Lebens auskosten, um zum Leben selbst zurückzukehren; die Erfahrung eines anderen kann uns nichts nützen. Du hattest damals diese verlockende und liebe, eitle Lust am Leben, die ich in dir bewunderte, noch lange nicht ausgekostet; ich ließ dich sie ganz auskosten und fühlte, daß ich kein Recht hätte, dir Schwierigkeiten zu machen, obwohl für mich diese Zeit längst vorbei war.«

»Warum hast du dann diese ganze Eitelkeit mit mir genossen, warum ließest du mich sie genießen, wenn du mich liebst?« fragte ich.

»Weil du, selbst wenn du wolltest, mir nicht geglaubt haben würdest; du mußtest alles selbst kennenlernen, und du hast es auch kennengelernt.«

»Du hast viel zu viel Überlegungen angestellt,« sagte ich. »Du hast zu wenig geliebt.«

Wir schwiegen wieder eine Weile.

»Es ist grausam, was du eben sagtest, aber es ist wahr,« versetzte er, indem er sich plötzlich erhob und auf der Terrasse auf und ab und zu gehen begann. »Ja, es ist wahr. Ich war im Unrecht,« fügte er hinzu, vor mir stehen bleibend, »entweder hätte ich mir gar nicht erlauben dürfen, dich zu lieben, oder ich hätte dich einfacher lieben sollen. Ja.«

»Vergessen wir alles,« sagte ich scheu.

»Nein, das Vergangene kehrt nicht wieder, kehrt niemals wieder.« Seine Stimme wurde weicher, als er das sagte.

»Alles ist ja schon wiedergekehrt!« sagte ich, indem ich ihm meine Hand auf die Schulter legte.