Ach, im Stabe ist es zehntausendmal schlimmer, sagte er wütend. Aber nein, wann wird das alles ein Ende nehmen?

Aber was soll denn, nach Ihrer Meinung, ein Ende nehmen? fragte ich.

Alles, ganz und gar! ... He, Nikolajew, sind die Klopse fertig? fragte er.

Warum haben Sie eigentlich im Kaukasus Dienste gesucht, sagte ich, wenn Ihnen hier so wenig gefällt?

Wissen Sie warum? antwortete er mit entschlossener Offenheit, weil es so hergebracht ist. In Rußland giebt es doch eine besondere Tradition vom Kaukasus, als sei hier das gelobte Land für unglückliche Menschen jeder Art.

Ja, das hat etwas Wahres, sagte ich, die meisten von uns ...

Was aber das Beste ist, unterbrach er mich, wir alle, die wir dieser Tradition gemäß nach dem Kaukasus gehen, verrechnen uns entsetzlich, und ich kann ganz und gar nicht einsehen, warum wir nach einer unglücklichen Liebe oder bei zerrütteten Verhältnissen lieber in den Kaukasus gehen, um Dienste zu nehmen, als nach Kasanj oder nach Kaluga. In Rußland stellt man sich den Kaukasus als etwas Erhabenes vor, mit ewig jungfräulichen Gletschern, mit reißenden Strömen, mit Dolchen, Filzmänteln, Tscherkessenmädchen – alles das hat etwas Grauenerregendes, in Wirklichkeit aber liegt darin nichts Lustiges. Wenn sie wenigstens wüßten, daß wir nie zu dem jungfräulichen Eise gelangen, ja, daß es gar kein Vergnügen ist, dahin zu kommen, und daß der Kaukasus in Provinzen geteilt ist: in Stawropol, in Tiflis u. s. w. ...

Ja, sagte ich lachend, wir sehen in Rußland den Kaukasus mit ganz anderen Augen an als hier. Haben Sie das schon einmal an sich erfahren? Wenn man Verse liest in einer Sprache, die man nicht gut versteht, stellt man sie sich viel hübscher vor, als sie sind.

Ich weiß wahrhaftig nicht. Aber mir mißfällt der Kaukasus im höchsten Grade, unterbrach er mich.

Oh nein, der Kaukasus ist für mich auch jetzt schön, nur in anderem Sinne.