Baron Pest kam ebenfalls auf den Boulevard. Er erzählte, er habe den Verhandlungen über den Waffenstillstand beigewohnt und mit französischen Offizieren gesprochen; ein Offizier habe ihm gesagt: S'il n'avait pas fait clair encore pendant une demi-heure, les embuscades auraient été reprises, und er habe ihm geantwortet: Monsieur, je ne dis pas non, pour ne pas vous donnez un démenti, so vortrefflich habe er ihm geantwortet u. s. w.

In Wirklichkeit aber hatte er, obwohl er bei den Verhandlungen gewesen war, gar keine Gelegenheit gehabt, dort etwas besonderes zu sagen, obwohl er große Lust hatte, mit den Franzosen zu sprechen. (Es ist doch ein ungeheures Vergnügen, mit Franzosen zu sprechen.) Der Junker Baron Pest war lange die Linie entlang gegangen und hatte alle Franzosen, die in seiner Nähe waren, gefragt: De quel régiment êtes-vous? Sie antworteten ihm – und das war alles. Als er sich aber zu weit über die Linie hinauswagte, schimpfte der französische Wachtposten, der nicht vermutete, daß dieser Soldat französisch verstehen könnte, ihn in der dritten Person aus: »Il vient regarder nos travaux ce sacré ...« sagte er. Und da der Junker Baron Pest infolgedessen kein Vergnügen mehr fand an den Verhandlungen, war er nach Hause geritten und hatte unterwegs über die französischen Sätze nachgedacht, die er jetzt vorbrachte. Auf dem Boulevard stand auch Kapitän Sobow in lautem Gespräch und Kapitän Obshogow, der ganz erregt aussah, und der Artilleriekapitän, der keines Menschen Gunst suchte, und der in seiner Liebe glückliche Junker und alle die Personen von gestern, immer noch mit denselben Wünschen und Trieben. Nur Praßkuchin, Neferdow und noch einer fehlten, und es wurde ihrer jetzt, wo ihre Körper noch nicht gewaschen, geschmückt und in die Erde verscharrt waren, kaum gedacht oder erwähnt.

XVI

Auf unserer Bastion und dem französischen Laufgraben sind weiße Flaggen aufgesteckt, und zwischen ihnen, im blumenreichen Thale, liegen haufenweis, ohne Stiefel, in grauen und blauen Uniformen, verstümmelte Leichen, die Arbeiter zusammentragen und auf Wagen legen. Der Geruch der toten Körper erfüllt die Luft. Aus Sewastopol und aus dem französischen Lager strömen Menschenscharen herbei, um dieses Schauspiel anzusehen, und mit brennender, wohlwollender Neugierde eilt die eine Schar zur andern.

Hören wir, was diese Leute untereinander sprechen.

Dort, in einem Kreise von Russen und Franzosen, betrachtet ein junger Offizier, der zwar schlecht, aber hinreichend französisch spricht, um verstanden zu werden, eine Gardepatrontasche.

Eh seßi purkua se uaso lië? sagt er.

Par ce que c'est un giberne d'un régiment de la garde, Monsieur, qui porte l'aigle impérial.

Eh wu de la gard?