VI

Die Brüder hatten sich nahezu ausgeplaudert und waren endlich bei dem Gefühl angelangt, das man oft empfindet, wenn man wenig Gemeinsames hat, obwohl man einander liebt; sie schwiegen nun ziemlich lange.

So nimm deine Sachen, wir wollen sogleich fortfahren, entgegnete der Ältere.

Der Jüngere errötete plötzlich und schwieg.

Direkt nach Sewastopol fahren? fragte er nach einem minutenlangen Schweigen.

Nun ja. Du hast ja nicht viel Sachen, ich glaube, wir können sie unterbringen.

Schön! ... Wir wollen sogleich fahren, rief der Jüngere mit einem Seufzer und wandte sich nach dem Zimmer.

Aber ohne die Thür zu öffnen, blieb er auf dem Flur stehen, ließ traurig den Kopf hängen und dachte:

»Sogleich direkt nach Sewastopol, unter die Bomben; schrecklich! Aber gleichviel, einmal muß es doch geschehen. Jetzt geschieht's wenigstens mit dem Bruder zusammen ...«

Die Sache war die. Jetzt erst, bei dem Gedanken, daß er das Fuhrwerk bestieg, um es nie wieder zu verlassen, ehe er in Sewastopol ankomme, und daß kein Zufall ihn jetzt noch zurückhalten könne, stand die Gefahr, die er gesucht hatte, deutlich vor seiner Seele, und er war betrübt bei dem bloßen Gedanken an ihre Nähe. Als er sich ein wenig beruhigt hatte, ging er in das Zimmer; aber es war schon eine Viertelstunde vergangen, und er kam noch immer nicht zu dem Bruder heraus, so daß dieser endlich die Thür öffnete, um ihn zu rufen. Der jüngere Koselzow sprach in der Stellung eines Schülers, der etwas verschuldet hat, mit dem Offizier P. Als der Bruder die Thür öffnete, verlor er vollständig die Fassung.