Die beiden stutzen und sehen sich an.
»Hallo, Kapitän!«
»Hallo, Doktor!«
Kapitän Barton hatte schon einmal durch die »Möwe« sein Schiff verloren und befand sich nun wieder auf seiner ersten Ausfahrt nach der Freilassung von der »Möwe.« Er hatte sich eingebildet, wir würden ihn hängen, weil er bei seiner ersten Gefangennahme einen Revers unterschrieben hatte, sich nicht mehr im Kriege zu betätigen. Aus diesem Grund hatte er alles daran gesetzt, zu entkommen. Er fühlte sich erleichtert, als ich ihm sagte, der Revers bezöge sich nur auf kriegerische Handlungen, auf einem Dampfer könnte er ruhig fahren. Sein tapferes Verhalten fand überall Anerkennung.
»... Er fühlte sich erleichtert.«
Kapitän Barton, zum zweitenmal »Kaptein ohn’ Schip«.
Die »Lundy Island« hatte 4500 Tonnen Zucker aus Madagaskar. Da sehr rauhes Wetter war, wurde das Schiff nicht durch Sprengbomben, sondern durch Granatfeuer versenkt. Wer sich außer uns am meisten über den Gästezuwachs freute, war Kapitän Chewn. Auch die Mannschaften fanden Bekannte untereinander. Wir hatten nun schon verschiedene Rassen an Bord, Weiße, Schwarze und Malayen. Die Leute äußerten weit weniger Kummer über die versenkten Schiffe als vermutlich die französische Regierung empfand, für welche der Zucker bestimmt gewesen war.
Eines Morgens tauchte im Nordostpassat ein Schiff mit vollen Segeln auf und kam schnell näher. Wir erkannten eine große Bark, die, wie sie uns sah, stolz die Trikolore heißte, und das Signal: »Was gibt es Neues vom Krieg?« Wir steuern dicht heran, heißen Kriegsflagge und das Signal: »Drehen Sie bei.« Er gehorcht sofort. Das Prisenboot setzt hinüber; nachdem die feindliche Besatzung all ihr Hab und Gut gepackt, wird sie zu uns herübergenommen.
Man muß den Franzosen kennen: Es ist ihm stets besonders schmerzlich, sein Schiff zu verlassen, mit dem ihn eine besondere Heimatsliebe verbindet. Kein französischer Matrose fährt auf einem fremden Schiff und kein Nichtfranzose auf einem französischen, während bei den anderen Nationen die Schiffsmannschaft bunt durcheinander geht. Auch hat der Franzose ein anderes Seemannsgesetz; das Desertieren ist bei ihm ein außerordentlich schweres Vergehen, während es auf manchem anderen Schiff höchstens mit zwanzig Mark gebüßt wird.