»Nein, wir kommen aus der Heimat. Verkappt als Norweger, und außerdem anderthalb Stunden untersucht vom Feind.«
»Untersucht von den Engländern?«
»Jawohl!«
Ein vergnügtes Lächeln erhellt das Gesicht des Kommandanten und des ersten Offiziers, der zugegen war.
Dann wurde ich von dem Admiral bei einem Glase Champagner etwas ausgehorcht. Er wollte herausbringen, wo unsere »Seeadler«-Mannschaft sich befände, und fragte mich, ob ich ihm sagen würde, wo ich gekreuzt hätte. Jawohl, vorausgesetzt, daß er mir sagen würde, wo er mich vermutet und gejagt hätte. Eine große Karte wird aufgerollt, auf der er mir die Stellen zwischen Neuseeland und Chatam zeigt. Man konnte deutlich an den abgesetzten Kursen sehen, daß der Kreuzer sich hier tatsächlich aufgehalten hatte.
»Hier bin ich drei Monate mit 20 Meilen Geschwindigkeit hin- und hergejagt«, sagte der Admiral.
Ich sah weniger auf die Stelle, wo er gekreuzt hatte, sondern blickte besorgt nach der Insel Mopelia auf der Karte, denn hier war ein Kreis um die Insel geschlagen. Der Feind wußte, wo meine Jungs waren. Wie ich von einem meiner Leute erfahren hatte, war bei der Gefangennahme ein Tagebuch verlorengegangen, abgeschlossen: »In Mopelia aufgelaufen, 2. August.« Glücklicherweise war aber darin nicht erwähnt, daß »Seeadler« total verlorengegangen und ferner nicht, daß unser letztes Schiff, das wir gekapert hatten, der amerikanische Viermastschoner »Manila«, versenkt worden war. Diese beiden Faktoren jagten durch mein Gehirn. »Hiermit kannst du etwas machen, kannst die Leute retten.« Da fragte der japanische Admiral: »Wo ist Seeadler?«
»Der ist verlorengegangen.«
»So? Wobei?«
Ich holte etwas weiter aus und erzählte ihm, wir hätten bei der Insel Mopelia gelegen, um uns frischen Proviant zu besorgen. Die »Manila« hätten wir noch mit uns gehabt. Durch Umspringen des Windes wären wir an das Korallenriff gestoßen und hätten ein Leck unter Wasser bekommen. Um das Leck zu dichten, sei viel Material an Land gebracht und das Schiff »gekrängt« (übergelegt) worden. Dann wären wir von hier weitergefahren, aber beim Wiedereinpacken der Sachen in den unteren Räumen müsse durch Unvorsichtigkeit ein entleerter Öltank Feuer gefangen haben. Der »Seeadler« hätte angefangen zu brennen. Es wäre uns kaum Zeit geblieben, das Allernotwendigste zu retten und auf die »Manila« überzusteigen.