Der Segler war ein Handelsfahrer, der zwischen den Inselgruppen herumfuhr. Seine Ladung bestand aus 500 Paar seidenen Damenstrümpfen, seidener Unterwäsche, Weißzeug, Sonnenschirmen, Damenschuhen, Hüten, Korsetts, allerlei Parfüms, Seifen, Herrenartikeln, Tropenhelmen, Tabak, Pfeifen, Mandolinen, Schokolade und Konfekt in feinster Aufmachung, feinen Biskuits, Fleisch und Milch in Konserven, getrockneten Früchten, sonstigen Konserven und Kartoffeln, also eine Ausrüstung, wie man sie sich nicht besser wünschen konnte. Meine Jungs hielten es für das Richtige, selbst als Handelsfahrer loszusteuern und den ganzen Kram zu verkaufen. Da aber zunächst ihr eigenes Zeug abgetragen war, so blieb ihnen nichts übrig, als sich aus den vorgefundenen Beständen an Damenwäsche auszustatten.
Leutnant Kling hatte vor der Abfahrt unter einem verabredeten Baum eine Flasche mit einer kurzen Mitteilung für mich vergraben und darin die Absicht ausgesprochen, nach Batavia zu segeln. Als er sich aber später sein Schiffchen angesehen hatte, kam ihm der Gedanke, um Kap Horn zu segeln und die Rückkehr in die Heimat zu versuchen. Auf dem Weg nach Batavia wären sie auch vor japanischen und amerikanischen Kreuzern nicht sicher gewesen.
Kapitän Alfred Kling, erster Offizier des Seeadlers.
Am 5. September, 8 Uhr abends, stach die »Fortuna« in See, und zwar ließ Kling zuerst nach Westen steuern, um die gefangenen Herren der Insel zu täuschen, und erst auf hoher See wurde der Kurs nach Süden gerichtet.
So steuerte das hochbeladene, lustige Warenhaus in die Südsee hinaus, gern bereit, die Bevölkerung durch das Seidenzeug, die feinen Seifen, Sonnenschirme, Tennisschuhe, Taschentücher, Brillantine, Maggipatronen usw. handeltreibend auf einen echt französischen Kulturstand zu heben.
Am 4. Oktober sichtete »Fortuna« die Osterinsel, wo Ausbesserungen am Schiff vorgenommen, frischer Proviant und Wasserfässer gekauft werden sollten. Beim Absteuern aber lief das Schiff auf einen unsichtbaren, in der Karte nicht verzeichneten Felsen. Wieder hatten meine Jungs ihr Schiff verloren und mußten abermals versuchen, sich eine neue Heimat zu gründen.