Und als ich ihn halb hoch habe, da gewahrt das der Kapitän, wie der Vogel hochgeht, und schreit, eine halbe Keule zwischen den Zähnen, voll Entsetzen:
»Min Vagel!«
Er kriegt mich zu fassen und drückt mir den Arm runter. Ich konnte ja auch nichts sagen und mußte mich zusammenkneifen. Er rief: »Laß den Vogel los,« langt aus dem Spind ein besseres Tauwerk für Liebhaberknüpfarbeiten, bindet meinen Arm damit fest an den Messinggriff der Schublade, um heraus zu kommen und sich zu überzeugen, wer der Spitzbube ist. Nauke greift unterdessen in meine Hosentasche und holt die Füllung heraus, damit die nicht durch die bevorstehende Keile auch noch zerkloppt wird.
Der Kapitän kommt an. »Ach so, du, Filax! Du magst keine Enten, nicht? Aber Tauenden magst du!«, holt das dickste Tauende und haut auf meinen Ischiatikus.
An allen Gliedern hinkend schleiche ich mich schließlich nach vorn und rufe: »Nauke!« Er kommt an ... »Gib mir mal von der Füllung, Nauke!« Da hat der Kerl die Füllung aufgegessen. Na, so kaputt wie ich war, so kriegte ich doch einen Wutanfall, und Nauke bezog an diesem Abend noch ebensoviel Ischias, wie ich selbst.
Übrigens, Smutje ist doch mit dem Kapitän einmal auseinander gekommen wegen einiger Schinken, die wir heimlich aus der Kajüte herausbugsierten, während der Kapitän den Smutje in Verdacht hatte, daß er sie beiseite geschafft hätte. Schließlich war der Koch so gekränkt, daß er in Newcastle vom Schiff weglief.
Nun war kein Koch, kein Smutje da. Die Kameraden wurden gefragt, aber keiner von ihnen wollte Koch sein. Die Smutjes spielen sich im allgemeinen furchtbar auf als unentbehrliche Personen, als ob sie die einzigen wären, die ihr Fach verstehen. Dabei können sie zuweilen nicht viel mehr als Erbsensuppe kochen und allenfalls ein paar Pfannkuchen backen. Schließlich sagte der Kapitän: »Wenn eben keiner Koch sein will, dann muß ich einen kommandieren.« Er fragte mich: »Filax, kannst du Water koken?«
»Ja, Kaptein!«
»Dann rin in de Kombüs. Und wehe, wenn du die Arften (Erbsen) anbrennen läßt.«
Ich war ganz erfreut, daß ich Smutje wurde, dachte zuerst natürlich an de Plums und Pannkauken. Mir wurde alles gezeigt vom zweiten Steuermann, der heißt an Bord »der Specksnider,« weil er das Salzfleisch und Proviant herausgibt und verwiegt, als Vertrauensmann, der ein Examen hinter sich hat und vor dem Gesetz verantwortungsvoll ist. Ick frett nu so in de Plums herum, in de Appels, den gedörrten Ringäpfeln, und ließ mir kaum Zeit, bei den Plums die Steine auszuspucken. Dann überholte ich die Kajüte vom Kapitän mal ganz genau; er hatte da Obst in Gläsern, und ich habe gleich zwei Flaschen mit Preiselbeeren den Hals abgedreht, dann eine Dose Mixpickles und was ich da so fand. Ich dachte nur an das Sattwerden: »Du hest dat verdeent, Filax; wer weet, wie lang du Smutje bliwwst, denn hest du din goode Dag’ hadd.«