Und ihr deutschen Leser insgesamt, denen das Herz blutet beim Gedanken an die weite, herrliche, große See, wo jetzt die deutsche Flagge nicht mehr fahren soll, seid getrost! Ein Volk, das die blauen Jungens vom »Seeadler« hervorgebracht hat, wird auch die See wieder grüßen dürfen, dessen seid in Not und Schmach gewiß!

Wenn ich nun so unbescheiden sein darf, von mir zu erzählen, ersuche ich den geduldigen Leser, sich zunächst in die Quinta des Gymnasiums zu Dresden zu versetzen, und zwar genauer in die Seele eines bereits recht hoch aufgeschossenen, in Quinta doppelt seßhaften Jünglings.

Als ich nicht nach Quarta versetzt wurde, wie ich versprochen hatte, gab es zu Hause das Jack voll.

Meine Großmutter aber hatte eine andere Erziehungsart als mein Vater. Sie war viel sanftmütiger und weicher.

Es ging ihr immer wie ein Stich durchs Herz, wenn man mich mit brutaler Gewalt bessern wollte. Eines Tages sagte sie zu meinem Vater: »Ich will mal versuchen, den Jungen mit Liebe zu erziehen.«

»Du wirst den Bengel noch mehr verderben, aber versuch’ es,« war die Antwort.

Großmutter nahm mich beiseite und sprach: »Kind, wenn du versprichst, fleißig zu sein, erhältst du für jeden Platz, den du in der Klasse hinaufkommst, fünfzig Pfennige.«

Im Augenblick war ich außerstande auszurechnen, wieviel Geld ich dabei verdienen konnte, aber ich sagte: »Großmütterchen, ich verspreche dir, fleißig zu sein.«

»Das genügt,« sagte sie.

Ich war so stolz, daß man mir solches Vertrauen schenkte, und fing an tüchtig zu arbeiten. Das erste Extemporale kam, aber ich ging enttäuscht nach Hause und sagte: »Nicht versetzt.«