S. M. S. »Kaiser«.

Nach achtzehnstündiger Fahrt kamen wir nach Mondame. Die Jagdbeute bestand aus einem einzigen Krokodil — sie sind schwer zu schießen, da sie gewandt tauchen —, Geiern, Seeadlern und Affen. Das leckere Affenfleisch, das die Neger lieben, haben wir nicht recht zu essen gewagt, obwohl der Affe, wenn er abgezogen ist, gar nicht mehr dem Menschen ähnelt, sondern eher einem Hund oder anderen kleinem Tier.

In Mondame, wo wir angesagt waren, riefen uns die Farbigen schon entgegen: »Massa, Massa, plenty Elefant.« Da haben mein Freund Breyer und ich uns alles andere als weidmännisch benommen, denn die Elefantenjagd ist anders, als man sie sich vorstellt.

Auf Morgenschuhen, um leise pirschen zu können, zogen wir einzeln los, jeder mit einem Neger als Führer. Da hören wir ganz dicht bei uns die Elefanten, die in die Negerpflanzung eingebrochen waren. Sehen konnte ich noch nichts. Mein Schwarzer sagte immerzu: »Massa, Elefant, Look, Massa, Elefant.« Aber wenn man das noch nie gesehen hat, kann einem zehnmal gesagt werden, da sei ein Elefant, man sieht das Stückchen graue Wand nicht, das durch die Plantage durchschimmert. Man hält es für alles eher, als für einen Elefanten. Endlich wie sich das Tier, keine zwanzig Schritt von mir entfernt, in Bewegung setzt, erkenne ich es durch das Gebüsch hindurch. Ich schwitze vor Aufregung, daß das Wasser den Gewehrkolben entlangläuft, ziehe mit meinem Mohren durch zwei Reihen gepflanzter Bananen, aber komme dem Tier nicht näher, da es weiter vorausging.

Nun kam ich an einen Termitenhügel und nahm ihn im Sprung. Von dort konnte ich eine ganze Strecke überblicken, und denke, das sind ja Strauße. Die Elefanten pflücken nämlich die Bananen Stück für Stück, und wie sie da mit den Rüsseln hinauflangten, dachte ich, es wären Straußenköpfe. Wie ich mich umsehe, schiebt sich ein Riesenkoloß vor mir aus dem Gebüsch, andere hinter ihm her. Ich lege an, im letzten Augenblick kommt mir die Erinnerung, daß man auf den Rüsselansatz schießen soll, etwas tiefer als die Lichter. Ich lege an, drücke ab, im selben Augenblick dreht sich der Riese im Kreise, man hört ein fürchterliches Trompeten. Rechts und links bricht eine Kavalkade los und saust an mir vorüber. Wie schnell, gewandt und wuchtig solche Kolosse von vier Meter Höhe laufen, kann man sich nicht vorstellen. Ich konnte nur zusehen, daß ich von meinem Hügel nicht herunterfiel, und dabei beging ich das unglaublich Unweidmännische, daß ich meinen angeschossenen Elefanten aus den Augen verlor. Glücklicherweise ließen sich die Neger durch die vielen Fährten aufgescheuchter Herden nicht irre machen und spürten das Tier wieder auf, das gestürzt war und die Stoßzähne beim Fall tief in die Erde gerammt hatte. Wir haben ihm noch mehrere Schuß in den Kopf gejagt, bis es tot war. In einer Stunde hatten sich dort viele hundert Neger angesammelt, die auf den Ruf der Palavertrommel von allen Seiten wie Gazellen angerannt kamen, um Fleisch zu holen. Ein Häuptling bezahlt ohne weiteres für einen Elefanten achthundert Mark und verkauft ihn weiter an seine Leute.

Mein Begleiter bei seinem Elefanten.

Da die Eingeborenen keine Gewehre haben dürfen, verscheuchen sie die Elefanten, die bei ihnen einbrechen, durch Lärm oder jagen sie so, daß sie sich von hinten an sie heranschleichen und ihnen die Fußsehnen durchschneiden; wenn sich der Elefant dann nicht mehr rühren kann, rammen sie ihm Speere in den Leib, bis er verendet. Jedes Dorf besitzt eine Palavertrommel, ein Signalinstrument mit drei Tönen, das die Nachrichten mit fabelhafter Geschwindigkeit von Dorf zu Dorf weitergibt. Man kann keinen Elefanten schießen, ohne daß die Nachricht davon alsbald an die Küste kommt.