„Weißt Du auch den Anfang, mein Junge? — In den abendlichen Gärten — Ging die Gräfin Julia — Es wär’ doch hübsch, wenn Du es auch zu solchem Ritterdienst bringen könntest. Nur schade, daß sie nicht Gräfin ist.“
„Schade?“ fragte Sigismund gedehnt.
„Schade, weil’s so gewissermaßen feierlich und poetisch klingt: Gräfin Tosca!“
„Wäre Tosca Beiron Gräfin“ .... — rief Sigismund sehr lebhaft und schwieg plötzlich.
„Nun?“ fragte der Andere gespannt.
„So wäre sie mir so gleichgültig wie das,“ sagte Sigismund, und schnippte mit Daumen und Zeigefinger den Kork von der Champagnerflasche.
„Dies finde ich unbegreiflich,“ sagte Jener und veränderte sichtlich die Farbe.
„Nimm’s nicht übel, lieber Bruder,“ entgegnete Sigismund freundlich, „Du bist Graf Hohenberg und ich bin Dir eben so gut, als wärest Du Herr Hohenberg. Mit den Männern ist’s was Andres! Die werden vom Leben anders durchgebildet. Allein die Frauen Deines Standes sind im Durchschnitt zu verschrobene Geschöpfe, als daß ich nicht eine unüberwindliche Abneigung gegen sie haben sollte.“
„Und doch ist Tosca Beirons liebenswürdige und verständige Mutter — Gräfin,“ sagte Hohenberg.
„Was?“ rief Sigismund und stellte erblassend sein Glas auf den Tisch.