Als die jungen Männer ihren Besuch beendet hatten, sprang Sigismund mit einem Satz aus der Hausthür mitten auf die Straße, und sagte halblaut:

„Welch ein unerhörtes Glück!“

„Ja,“ sagte Friedrich, „Dornenröschen war heute ungewöhnlich gnädig; aber es ist doch eine wunderliche Laune, daß sie sich nicht zum Tanz versagen will.“

„Wozu auch?“ rief Sigismund. „Man braucht ja nur auf dem Ball der Erste zu sein, und diese Aufmerksamkeit darf sie doch wol erwarten.“

Er nahm seine Freunde, jeden unter einen Arm, und sie gingen zum Speisen in den Gasthof zum Stern. Tosca blieb aber der Gegenstand ihres Gespräches; wenigstens wußte Sigismund es immer wieder auf sie zu bringen, und Friedrich fing schon an, ihm zu erklären, daß er nach grade langweilig werde.

„Thut mir leid für Dich,“ entgegnete Sigismund fröhlich; „ich meines Theils bin in meinem Leben nicht muntrer und besser aufgelegt gewesen, und ich wünschte nichts, als die Gewißheit einer solchen täglichen Begegnung.“

Er ließ Champagner bringen. „Das geschieht ihr zu Ehren, daß Ihr’s wißt!“ sagte er; „nur der Champagner verdient’s, daß darin auf ihr Wohl getrunken werde. — Tosca Beiron, Tosca Beiron, Blume deutscher Mädchenschaar“ .... —

Friedrich lachte laut auf: „Pascal Vivas, Pascal Vivas, Blume span’scher Ritterschaft!“

„Du parodirst Uhland in Deiner Extase,“ sprach der Dritte.

„Was kümmert’s mich,“ rief Sigismund launig, „daß Uhland schon früher meine Verse gebraucht hat. Es ist eine große Ehre für seinen Pascal Vivas, daß sie mir grade jetzt einfallen.“