„Ich hoffe es,“ entgegnete sie mit stralenden Augen.

Die drei jungen Männer baten sie sogleich, ihnen einen Tanz aufzuheben. Aber sie verneinte es standhaft.

„Ich weiß noch nicht, ob der Papa es erlaubt,“ sagte sie.

„Aber auf den Fall,“ bat Sigismund.

„Dann können wir ja auf dem Ball selbst darüber sprechen,“ erwiederte sie.

„Warum willst Du Dich denn nicht vorher engagiren, Tosca?“ fragte die Schwester; „ich dächte, es wäre doch sehr angenehm, im Voraus einiger Tänze sicher zu sein.“

„O, was das betrifft, liebe Marie,“ sagte Tosca nachlässig .... —

„Nur nicht übermüthig!“ unterbrach die Professorin Zeller mit seinsollender Bescheidenheit, und drohte der Schwester mit aufgehobenem Finger.

„O gar nicht!“ rief Tosca mit ihrem reizend schelmischen Lächeln; „ich fürchte nur mein schlechtes Gedächtniß. So lange vorher .... könnt’ ich leicht die Engagements vergessen.“

Es ist der Instinkt der Frau, dem Manne die Sicherheit seines Glücks — nicht zu geben. Hat sie’s gethan, so ist sie nicht mehr frei. Um den Verlust der Freiheit verschmerzen zu lassen, muß man lieben. Bei siebzehn Jahren liebt man noch nicht; man versucht es erst. Daher ist in den jungen Mädchenköpfen oft eine so wunderliche Verschrobenheit oder Exaltation. Das Herz mögte seine starken Schwingungen machen, aber es hat sich dazu noch nicht Raum in der Brust geschaffen, und weiß noch nicht, ob es für den mächtigen Schlag den Athem lang’ genug haben wird. — Tosca verbrauchte einstweilen ihren Athem zum Tanzen und Singen.