Sigismund war tödtlich erschrocken über diesen Vorschlag. „Sie hat noch gar keine Besuche in dieser Zeit angenommen,“ sagte er ein wenig verlegen.
„So so! — Nun, mein Junge, Agathe läßt Dich vielmal grüßen!“ sagte Friedrich etwas boshaft.
Sigismund sah ihn ganz erstaunt an.
„Ja ja,“ fuhr Friedrich lachend fort, „Du magst es wol nicht um sie verdienen, aber sie läßt Dich doch grüßen — gutmüthig wie sie ist — und läßt Dir sagen, daß sie Dir sehr bald schreiben würde.“
„Gottlob!“ rief Sigismund aus tiefster Seele.
„Was Wetter? habt Ihr Euch verzankt? und schon vor der Hochzeit?“ sagte Friedrich gespannt.
„Nein, bester Friedrich,“ sagte Sigismund kurz. Ihm schwebte auf den Lippen dem Schwager zu sagen, wie er mit Agathen stehe; aber er dachte, es schicke sich nicht, daß er sich früher gegen einen Andern, als gegen sie selbst darüber ausspreche. Darum bog er ferneren Neckereien durch die abgebrochene Antwort vor.
Nachdem die Herren die Austern bei Sala Taroni excellent gefunden hatten, gingen sie zu Meinhard hinüber, wo sich ein Paar gute Freunde Friedrichs zu ihnen fanden, und wo sie sehr munter zusammen speisten.
An einem Tisch neben dem ihren saß Ignaz mit zwei andern Herren.
Um fünf Uhr verließ Sigismund die fröhliche Gesellschaft, und versprach seinem Schwager, ihn später in der italienischen Oper aufzusuchen.