„Wahrhaftig, da ist er wieder mit seiner Tosca!“ rief Sigismund und brach in ein so fröhliches Lachen aus, daß Hohenberg augenblicklich einstimmte, und Friedrich selbst lächeln mußte, als er seinen Satz zu Ende sagte:
„Und jetzt Deine Gleichgültigkeit gegen sie damit vergleiche, so beruhigt mich das ganz ungemein über Deine ferneren Herzensschicksale.“
„Falsch! falsch! mein Junge!“ sagte Sigismund noch immer lachend. „Damals wußte ich nicht, daß sie blaue Augen habe. Blaue Augen .... siehst Du — die kann ich nicht vertragen. Dabei fällt mir immer der alte Spruch ein: Blaue Augen sind lieblich, aber sehr betrüglich.“
„Und den von den braunen kennst Du nicht? Braune Augen sind hübsch, aber tück’sch. — Chancen giebt’s immer, und Sonne und Mond haben ihre Nachtseite. Graue Augen haben auch ihre Meriten, aber nicht die der Schönheit, sondern der Tugend; denn von ihnen heißt’s: Graue Augen sind gräulich, aber sehr getreulich.“
„Gefallen mir auch nicht sonderlich!“ rief Sigismund. „Da bleibt’s denn schon für mich bei den schwarzen Augen, welche von keinem Sprüchlein weder gepriesen noch getadelt werden. Aber es bleibt bei ihnen auf meine Weise. Kennt Ihr das bairische Schnoderhüpfeln?“
„Nein,“ antwortete Friedrich verwundert.
„Das lautet so,“ sprach Sigismund und sang:
„Gelt, Du Schwarzaugeli,
Gelt für Di tauget i,
Gelt für Di wär’ i recht — —