„Tosca!“ rief Ignaz ganz außer sich, „Du lästerst! Dein Herz“ .... —
„Ich bitte mir aus, Ignaz, daß Sie mich Sie nennen,“ unterbrach ihn Tosca, — „nun also: mein Herz“ .... —
„O Sie haben kein Herz! ich sagte vorhin, es sei von Marmor, aber es ist nicht wahr! Sie haben keins. Gott hat Ihnen den Stempel der Vollendung nicht aufgedrückt, Ihnen fehlt die Glorie des Weibes.“
„So sagen alle Männer, wenn wir ihnen nicht überwunden in die Arme — oder noch besser, zu Füßen sinken.“
„Ich zweifle nicht, gnädige Frau, daß Sie manche Erfahrungen der Art gemacht haben!“ rief er bitter.
„Ach Ignaz,“ sagte Tosca freundlich, „ergrimmen Sie Sich doch nicht so unnütz gegen mich, Sie wissen ja, wie ich gegen Sie gesinnt, daß ich Ihnen von Herzen gut bin. Wir haben ja längst mit einander ausgemacht, ich sei keiner leidenschaftlichen Liebe fähig, Sie meinen: weil ich zu kalt und stolz sei; ich sage: weil ich zu schüchtern bin...“
„Aber Schüchternheit hindert die Liebe nicht, steigert sie wol gar! Das schüchternste Mädchen liebt“ .... —
„Und wird dafür gekränkt und verletzt, Ignaz; dadurch verlernt man zu lieben.“
„Sie wollen nicht lieben, Tosca!“
„Ich hab’ oft gehört und gelesen, die Liebe sei ganz unabhängig vom Willen, und stärker als er .... und ich glaub’ es.“