Der Kaiser hatte mit äußerster Aufmerksamkeit zugehört.
"Sie haben Recht, Sie haben vollkommen Recht," sagte er. "Ich habe auch darin wieder einen Fehler gemacht. So wie man Concessionen macht, betritt man eine schiefe Ebene, und es gehören starke Kräfte dazu, um dem zu schnellen Hingleiten nach der abschüssigen Bahn sich entgegen zu stemmen.—Die Männer aber, in deren Händen gegenwärtig die Gewalt der Regierung liegt, haben diese Kräfte nicht.
"Sie meinen also," fuhr er fort, "daß um die freieren Grundsätze ohne Schaden für die Nationalität in das öffentliche Leben hineinwachsen zu lassen—"
"Andere Männer nöthig sind," fiel Drouyn de L'huys ein, "und zwar Männer, welche die öffentliche Bewegung beherrschen, nicht aber ihr folgen."
"Was meinen Sie," sagte der Kaiser schnell, "zu dem Plebiscit, um den neuen Institutionen des placet de suffrage universel zu geben und damit auch dem Kaiserreich von Neuem die Basis eines wiederholten Vertrauensvotums des ganzen Volkes zu schaffen? Man könnte dadurch mit einem Schlage einen Schwerpunkt aus dem parlamentarischen Parteitreiben herausnehmen, welches jetzt nur zu sehr der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens geworden ist."
Drouyn de L'huys blickte ein wenig erstaunt in die lebhaft erregten Züge des Kaisers.
"Und Sire," fragte er, "wie würde sich Graf Daru, wie würde sich Herr
Buffet zu einer solchen Wiederholung des suffrage universel stellen?"
"Das weiß ich nicht," sagte der Kaiser. "Doch," fuhr er achselzuckend fort, "liegt mir an dem Vertrauensvotum der französischen Nation mehr als an Daru und Buffet."
Drouyn de L'huys neigte mit dem Ausdruck des Verständnisses den Kopf.
"Und Ollivier?" fragte er dann.