„Gott schütze Frankreich!“ wiederholten die drei Minister —
Vom Carousselplatz herauf ertönte in diesem Augenblick die Melodie der Marseillaise, welche ein vorüberziehendes Musikkorps intonirte, und in welche die versammelte Menge sogleich laut und kräftig einfiel.
Der Marschall Leboeuf blickte ganz erstaunt auf, Herr Ollivier hob die
Hand empor und rief mit pathetischem Ton:
„Der Geist Frankreichs, Sire, spricht aus diesen Tönen zu Euer Majestät, der Geist der Freiheit und der Civilisation, vor welchem diese preußischen Armeen schnell werden zersprengt werden.“
Der Kaiser lauschte einen Augenblick schweigend den immer mächtiger anschwellenden Klängen.
„Möchten sie,“ sprach er leise, „die Dämonen der Revolution hinausführen auf die Schlachtfelder des nationalen Ruhms, damit ihre gewaltige Kraft sich zu immer festerer Erstarkung des Kaiserthums entwickele.“
Er schwieg noch einige Augenblicke — sein brennender Blick schien den
Schleier der Zukunft durchdringen zu wollen.
Dann sprach er mit liebenswürdiger Artigkeit.
„Nun, meine Herren Minister, schicke ich Sie fort — Jeder von uns muß an seine Arbeit, und die nächste Zeit wird uns deren viele bringen.“
Er reichte den Herren die Hand.