Dieselben verließen ernst und schweigend das Cabinet.

Unmittelbar darauf meldete der Kammerdiener Herrn Rouher, den früheren
Staatsminister und gegenwärtigen Senatspräsidenten.

Auf den zustimmenden Wink Napoleons trat dieser langjährige Leiter der kaiserlichen Regierung langsam und in fast feierlicher Haltung ein.

Der Kaiser ging ihm heiter lächelnd entgegen und reichte ihm die Hand, welche Herr Rouher ehrerbietig ergriff und einen Augenblick in der Seinen hielt, während er mit einem traurigen Ausdruck den Kaiser ansah.

„Nun, mein lieber Rouher,“ sagte Napoleon, „wir stehen an der großen
Entscheidung, und ich hoffe, daß es nunmehr gelingen wird, die Krönung
des Gebäudes zu vollenden, dessen Grundmauern Sie mit so viel Eifer und
Beharrlichkeit aufgeführt haben.“

Das volle Gesicht des Herrn Rouher mit dem feinen beredten Munde und den klaren, scharf blickenden Augen zeigte eine Bewegung, welche diesem scharf berechnenden Meister der Dialektik und der parlamentarischen Debatte sonst nicht eigentümlich war.

„Sire,“ sagte er, „Eure Majestät wissen, mit welcher Mühe ich Jahre lang daran gearbeitet habe, die Krönung des kaiserlichen Gebäudes auf andere Weise und ohne eine kriegerische Catastrophe abzuschließen. Eure Majestät haben die Führung Ihrer Regierung andern Händen anzuvertrauen für gut befunden, und mir bleibt nur zu hoffen übrig, daß der Erfolg den Erwartungen Eurer Majestät und den heißen Wünschen entsprechen möge, welche ich für denselben im Herzen trage.“

Der Kaiser blickte seinen langjährigen Rathgeber einen Augenblick nachdenklich an.

„Sie sind nicht einverstanden, mein lieber Rouher,“ sagte er dann mit
einer gewissen unsichern Befangenheit in der Stimme, „mit dem Gange der
Ereignisse und doch müssen Sie zugeben, daß es jetzt unmöglich ist, die
Dinge auf einen andern Weg zu lenken.“

„Majestät,“ erwiderte Herr Rouher, „ich würde niemals das Verfahren desjenigen billigen können, der durch sichere und ruhige Unternehmungen ein großes Vermögen zu gründen und zu erhalten im Stande ist und der, statt diese Unternehmungen mit Consequenz zu verfolgen, sich auf ein Hazardspiel einläßt, das ihn in einem Augenblick zum Millionair machen, — aber verzeihen Eure Majestät — auch den Verlust vieler erworbenen Güter herbei führen kann. Ebenso —“