Mehrere Minuten vergingen, — der Tisch blieb unbeweglich.

„Der Geist antwortet nicht mehr,“ sagte Mademoiselle Lesueur, — „es würde vergeblich sein, ihn weiter zu fragen. — Erlauben Eure Majestät, daß ich ihm danke und ihn entlasse?“

Der Kaiser neigte tief sinnend das Haupt.

Mademoiselle Lesueur sprach ihre leise Formel, — der Kaiser faltete die
Hände in andächtigem Schweigen.

„Wünschen Eure Majestät noch eine weitere Citation?“ fragte die junge
Dame.

„Ich danke Ihnen, mein Fräulein,“ erwiderte Napoleon aufstehend, indem sein Gesicht wieder seinen gewöhnlichen ruhigen Ausdruck annahm. — „Ihr Experiment hat mich in hohem Grade interessirt, — ich hatte viel von dem Spiritismus gehört, — aber noch nie einen Versuch gesehen, bei welchem so durchaus kein Apparat angewendet wurde,“ — fügte er mit einem leichten Lächeln hinzu, das aber mehr verbindlich und artig als ironisch war.

Mademoiselle Lesueur hatte sich erhoben und verneigte sich tief bei den
Worten des Kaisers.

„Ich bin glücklich, Sire“ sagte sie, „daß Eure Majestät zufrieden sind, und hoffe, — oder vielmehr,“ — fügte sie mit sicherem Ausdruck hinzu, „ich bin gewiß, daß Alles Gute, was die Geister Eurer Majestät verkündet haben, sich erfüllen werde.“

„Alles Gute?“ sprach der Kaiser sinnend — „aber war es gut? — was war es? —

Morituri te salutant!“ flüsterte er leise.