Dann wendete er sich zu Pietri und blickte ihn fragend an.

Dieser reichte ihm ein kleines Etui.

Der Kaiser nahm es und sagte mit liebenswürdiger Freundlichkeit zu
Mademoiselle Lesueur:

„Erlauben Sie mir, mein Fräulein, Ihnen ein kleines Erinnerungszeichen an diese Stunde zu geben,“ — er öffnete das Etui ein wenig, — die Facetten eines schönen Solitärs funkelten farbenspielend im Licht der Lampe.

Mit der naiven Freude eines jungen Mädchens ergriff Fräulein Lesueur den Ring und indem sie das Regenbogenspiel der Lichtreflexe entzückt betrachtete, sagte sie:

„Ich werde Gott unablässig bitten, daß er alle seine guten Geister zum
Schutz Eurer Majestät und Frankreichs aussende.“

Sie verneigte sich tief vor dem Kaiser und zog sich von Pietri geleitet, der den kleinen Tisch forttrug, durch die Portiere zurück, durch welche sie in das Cabinet eingeführt worden war.

Napoleon ging in tiefem Sinnen auf und nieder.

„Giebt es einen Zusammenhang mit jener Welt der abgeschiedenen Geister,“ sprach er leise vor sich hin, — „und kann es ihnen erlaubt sein, auf irgend welche Weise uns Mittheilungen zu machen über das, was ihrem Blicke sich öffnet?

„Dieses junge Mädchen scheint aufrichtig von ihrer Sache überzeugt,“ sprach er gedankenvoll, — „ich wüßte nicht, wie sie den Tisch in Bewegung setzen könnte, — und wenn dieses Kind von kaum neunzehn Jahren aus sich selbst heraus die Antworten auf die Fragen construirt hat, die ich ihr stellte, so ist sie ein Phänomen an Menschenkenntniß und Geist! —