„Welch eine treffende Antwort, die mich selbst als meinen besten Freund bezeichnete, — und wie wahr — alles, was mir feindlich ist, in diesen einen Namen Orleans zusammenzufassen.“

Er ging langsam, die Hände auf dem Rücken gekreuzt auf und nieder.

„Und Drouyn de L'huys,“ sagte er kaum hörbar, — „er war der Freund dieser Orleans, — er ist es noch — kann jemand mein Freund sein — der zugleich der Freund meiner Feinde ist? — Gramont“ fuhr er fort, — „der Geist nannte Gramont als den künftigen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, — Gramont war Legitimist, — die Legitimität hat keine Möglichkeit einer Zukunft, — sie ist eine fromme Erinnerung, — eine Erinnerung, vor der ich selbst hohe Achtung habe, an die ich anknüpfen, — deren edle Traditionen ich fortsetzen möchte. —

„Seltsam,“ rief er, — „sehr seltsam ist das Alles, — oder sollte auch hier eine Intrigue“ —

Pietri trat wieder ein.

Der Kaiser näherte sich ihm; dicht vor ihm stehen bleibend, legte er den
Arm auf seine Schulter und blickte ihn scharf und durchdringend in die
Augen.

„Pietri“ sagte er, — „haben Sie mit diesem jungen Mädchen über die Politik — über irgend Etwas gesprochen, was auf die gegenwärtige Lage bezug hat?“

„Sire,“ erwiderte Pietri in ernstem und traurigem Ton, — „Eure Majestät sind zum Mißtrauen gegen Jedermann berechtigt, fast verpflichtet, — dennoch schmerzt mich dasselbe, — ich schwöre Eurer Majestät,“ fuhr er fort, den Blick des Kaisers frei und offen erwidernd, „daß ich mit Fräulein Lesueur nichts Anderes gesprochen habe, als was nothwendig war, um den Auftrag Eurer Majestät auszurichten und sie hieher zu führen.“

„Und was denken Sie davon?“ fragte der Kaiser.

Pietri lächelte ein wenig.